Abrechnung Zahnmedizin
Kontakt
0049 (0) 7433 / 952-208
Stefan Lorch, Produktberater
0049 (0) 7433 / 952-777
Standardgebühren ins dt. Festnetz
beratung@abrechnung-zahnmedizin.de
Ihre E-Mail wird umgehend beantwortet
Callback-Service
Wir rufen Sie gerne zurück!
WhatsApp
Suche in: Urteile
  • Alle Rubriken
  • GOZ
  • Bema
  • Festzuschüsse
  • GOÄ
  • Soko
  • gesetze
  • LNZ
  • Tipps
  • Urteile

Der Begriff „wissenschaftlich anerkannt“

Die Erstattung von Behandlungskosten kann davon abhängig sein, ob die durchgeführte Behandlung „wissenschaftlich anerkannt ist“. Darum ist es wichtig, den Begriff „wissenschaftlich anerkannt“ richtig zu definieren.

Das Urteil

Das Verwaltungsgericht Minden hatte sich mit dieser Frage zu befassen, da das Landesbeamtengesetz NRW eine Beihilfeerstattung nur für ?der Höhe nach angemessene Aufwendungen für medizinisch notwendige Maßnahmen, deren Wirksamkeit und therapeutischer Nutzen nachgewiesen sind, unter anderem zur Linderung von Erkrankungen und Wiederherstellung der Gesundheit und Besserung des Gesundheitszustandes? vorsieht. Das Verwaltungsgericht Minden hat in seinem Urteil vom 03.01.2014 (Az. 4 K 781/12) den Begriff ?wissenschaftlich anerkannt? wie folgt umschrieben:?Wissenschaftlich anerkannt ist ein Heilmittel nach der Rechtsprechung des 6. Senats des OVG NRW, wenn es von den Wissenschaftlern, die in dem durch die zu behandelnde Krankheit und die Art des Heilmittels gekennzeichneten Fachbereich tätig sind, aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse als für eine Behandlung der  Krankheit wirksam angesehen wird. Die Überzeugung von der Wirksamkeit muss allerdings nicht in jedem Falle in der Fachwelt uneingeschränkt und einhellig geteilt werden. Das würde der Vielfalt wissenschaftlich begründeter Standpunkte und Erkenntnisse und der darauf gestützten Behandlungsmethoden nicht gerecht werden. Das Merkmal der wissenschaftlichen Anerkennung setzt aber doch eine weitgehende Zustimmung der im Fachbereich tätigen Wissenschaftler voraus und ist jedenfalls dann nicht gegeben, wenn eine größere Anzahl namhafter Autoren oder wichtige wissenschaftliche Gremien die Behandlung mit dem Heilmittel aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse als nicht wirksam ansehen. Wissenschaftlich anerkannt in diesem Sinne können durchaus verschiedene Methoden und Mittel sein; dies gilt auch dann, wenn eine Methode oder ein Mittel bevorzugt angewandt wird. Entscheidend kann in diesem Zusammenhang nur sein, ob auch die Außenseitermethode von der herrschenden wissenschaftlichen Meinung als wirksam und geeignet angesehen wird. "Wissenschaftlich anerkannt" ist ein Mittel nicht schon dann, wenn nur eine - wenn auch gewichtige - Minderheit die Art der Behandlung für wirksam hält. Solange dieser Standpunkt nicht von der überwiegenden Mehrheit der in dem betreffenden Fachbereich tätigen Wissenschaftler vertreten wird, kann von einer wissenschaftlichen Anerkennung nicht gesprochen werden. ?Um "anerkannt" zu sein, muss einer Behandlungsmethode von dritter Seite - also von anderen als dem/den Urheber(n) - attestiert werden, zur Heilung einer Krankheit oder zur Linderung von Leidensfolgen geeignet zu sein und wirksam eingesetzt werden zu können. Um "wissenschaftlich" anerkannt zu sein, müssen Beurteilungen von solchen Personen vorliegen, die an Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen als Wissenschaftler in der jeweiligen medizinischen Fachrichtung tätig sind. Um "allgemein" anerkannt zu sein, muss die Therapieform zwar nicht ausnahmslos, aber doch überwiegend in den fachlichen Beurteilungen als geeignet und wirksam eingeschätzt werden. Somit ist eine Behandlungsmethode dann "wissenschaftlich nicht allgemein anerkannt", wenn eine Einschätzung ihrer Wirksamkeit und Geeignetheit durch die in der jeweiligen medizinischen Fachrichtung tätigen Wissenschaftler nicht vorliegt oder wenn die überwiegende Mehrheit der mit der Methode befassten Wissenschaftler die Erfolgsaussichten als ausgeschlossen oder jedenfalls gering beurteilt."

Kommentar

Die Feststellung der ?wissenschaftlichen Anerkennung? erfolgt jeweils für den konkreten Einzelfall. Es müssen stets die unterschiedlichen Stimmen und Meinungen gegeneinander abgewogen werden. Problematisch ist die Einteilung dann, wenn bestimmte Behandlungsmethoden überwiegend in der Praxis entwickelt werden und ihre Bestätigung finden und erst im Anschluss in den Hochschulen Eingang finden. Der Regelfall dürfte aber andersherum sein.

Handlungsempfehlung

Vorsicht geboten ist bei Behandlungsmethoden, die von einer Vielzahl von Fachleuten als kritisch angesehen werden. Hier droht nicht nur die Gefahr, dass die Kosten nicht erstattet werden, sondern im schlimmsten Fall sogar der Vorwurf einer nicht ordnungsgemäßen Behandlung.

Ycmttm: Lz. Acaivvi Hmvbiq, Zmkpbaiveätbqv

Dvyi ql uzvjvd Kyvdr:

Rvii wzbdiio zdiz uvciämuogdxcz Wzcviygpib?

Hzydudidnxcz Ijorziydbfzdo qji Fzmvhdfdhkgviovozi piy diydqdypzggz Avmwbznovgopib

Zrqvmvavfpur Abgjraqvtxrvg

Jetzt weiterlesen!

Testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos: Testen Sie jetzt 30 Tage gratis:
  • Unbegrenzter Zugriff auf alle Inhalte
  • Exklusive Funktionen und Services
  • 100% werbefreie Ansicht
JETZT 30 TAGE GRATIS TESTEN
LOGIN FÜR ABONNENTEN
LOGIN FÜR ABONNENTEN