Abrechnung Zahnmedizin
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Hyperventilationssyndrom

  • Fallbeschreibung

    Im Wartezimmer sitzt eine nervöse, etwa 30-jährige Frau, die schon seit längerer Zeit (Notfallpatient ist eingeschoben worden) auf ihre Behandlung wartet. Die Extraktion von einem unteren, verlagerten Weisheitszahn steht an. Endlich sitzt sie im Behandlungsstuhl, die Anästhesie wird gesetzt, danach widmet sich der Zahnarzt im zweiten Behandlungszimmer einem anderen Patienten. Die ängstliche Frau sitzt nun allein in ihrem Zimmer und wartet auf die Wirkung der Spritze.

    Nach zehn Minuten kehrt das Praxisteam zur Patientin zurück und findet folgendes Bild vor: Die Patientin ist blass, aber nicht zyanotisch; sie klagt über stärkste Luftnot, taubes Gefühl im Gesicht und an den Händen, sie könne die Finger nicht bewegen. Ihre gebeugten Ellenbeugen sind an den Körper angelegt (Pfötchenstellung), die Oberlippe ist kontraktiert (Karpfenmaul). Obwohl die Patientin wach und orientiert ist und völlig darauf fixiert ist, Luft zu holen, kann sie Fragen beantworten.

    Welche Verdachtsdiagnose stellt sich? Was für andere Krankheitsbilder kommen noch in Frage?

  • Lösung

    Einem aufmerksamen Zahnarzt wäre die extreme Ängstlichkeit der Patientin nicht entgangen. Durch Beruhigen, eventuell auch durch eine Prämedikation von Dormicum transnasal mit Vaporiseur, hätte man die psychische Anspannung der Patientin mildern und eine daraus resultierende Hyperventilationstetanie vermeiden können. Die Hyperventilation führt unter dem Leitsymptom Atemnot zu einer respiratorischen Alkalose, welche die typische Symptomatik – wie Pfötchenstellung, Schwindel, Parästhesien – auslöst.

    Wichtig ist, das Hyperventilationssyndrom von anderen Krankheitsbildern mit zum Teil ähnlicher Symptomatik – wie etwa die Hypoglykämie – abzugrenzen. Bei Anfällen mit organischem Korrelat sind meistens eine Amnesie und oft eine zyanotische Hautfarbe vorhanden.

    Bei der Untersuchung der Patientin stellt der Zahnarzt normale Kreislaufverhältnisse fest (RR 117/70 mm Hg, Frequenz 90/min). Das Pulsoxymeter zeigt 98% O2-Sättigung an. Um eine Hypoglykämie auszuschließen, wird ein Glucosetest gemacht (Blutzucker 80mg/dl). Die Patientin bekommt eine O2-Maske aufgesetzt und ihr werden 10mg Valium i.v. gespritzt. Nach weiterer psychischer Beruhigung durch das Praxisteam verschwinden die Beschwerden. Der inzwischen alarmierte Notarzt kann nun die Patientin einer ambulanten internistischen Routinediagnostik in der Klinik zuführen und sie anschließend nach Hause entlassen.

  • Erläuterung zur Abrechnung

    Der Bema lässt für die Abrechnung von Notfällen nicht viele Möglichkeiten zu. Empfehlenswert ist es, die Abrechnung der erfolgten Maßnahmen, wenn im Bema nicht vorgesehen, privat vorzunehmen.

    Maßnahmen

    Bema

    GOÄ/GOZ

    Diagnostischer Block

    + Untersuchung

    + Verweilgebühr

    02 = Ohn = 20 Pkt.

    03 = ZU = 15 Pkt.

    Verweilgebühr je angefangene halbe Stunde

    7560 Verweilen ohne Unterbrechung und ohne Erbringung anderer ärztlicher Leistungen, wg. Erkrankung erforderlich 20 Pkt.

    7561 Verweil. inkl. Zuschlag dringend angefordert u. unverzügl. 38 Pkt.

    7562 Verweil. inkl. Zuschlag für Zeit von 20–22 oder 6–8 Uhr 49 Pkt.

    7563 Verweil. inkl. Zuschlag für Zeit zwischen 22 und 6 Uhr 70 Pkt.

    7564 Verweil. inkl. Zuschlag für Leistungen an Sa. So. Feiertagen 58 Pkt.

    7565 Verweil. inkl. Zuschlag für die Leistungen an Sa. So. Feiertag inkl. Zuschlag für Zeit von 20–22 oder 6–8 Uhr 87 Pkt.

    7566 Verweil. inkl. Zuschlag für Leistungen an Sa. So. Feiertag inkl. Zuschlag für Zeit von 22 bis 6 Uhr 108 Pkt.

    Ä4 120 Pkt.

    Ä5 = 80 Pkt.

    Ä6 = 100 Pkt.

    Ä7 = 160 Pkt.

    Ä8 = 260 Pkt.

    + Zuschläge A, B, ...

    Briefe ärztlichen Inhalts

    7700 = 5 Pkt.

    7750 = 15 Pkt.

    Ä70 = 40 Pkt.

    Ä75 = 130 Pkt.

    Valium-Gabe

    8253 = 8 Pkt.i.v. Spritze

    8253 = 14 Pkt.i.v. Infusion

    Ä253 = 70 Pkt.Spritze

    Ä271 = 120 Pkt.Infusion bis 30 min.

    Ä272 = 180 Pkt.Infusion über 30 min.

    Pulsoxymeter

    keine Möglichkeit

    Pulsoxymetrie Ä602 nach § 6 Abs. 2 GOZ nicht eröffnet, nach Zahnheilkundegesetz beruflich erlaubt!

    1. Möglichkeit: Pulsoxymetrie, Analogberechnung nach § 6 Abs.1 GOZ.

    2. Möglichkeit: hilfsweise doch Ä602. 152 Punkte

    Sauerstoffgabe

    8427 = 17 Pkt. oder

    8429 = 45 Pkt.

    Ä427 = 150 Pkt. oder

    Ä429 = 400 Pkt.

    Verweilgebühr bis zum Eintreffen des Notarztes

    Verweilgebühr je angefangene halbe Stunde

    7560 Verweilen ohne Unterbrechung und ohne Erbringung anderer ärztlicher Leistungen, wg. Erkrankung erforderlich 20 Pkt.

    7561 Verweil. inkl. Zuschlag dringend angefordert u. unverzügl. 38 Pkt.

    7562 Verweil. inkl. Zuschlag für Zeit von 20–22 oder 6–8 Uhr 49 Pkt.

    7563 Verweil. inkl. Zuschlag für Zeit zwischen 22 und 6 Uhr 70 Pkt.

    7564 Verweil. inkl. Zuschlag für Leistungen an Sa. So. Feiertagen 58 Pkt.

    7565 Verweil. inkl. Zuschlag für die Leistungen an Sa. So. Feiertag inkl. Zuschlag für Zeit von 20–22 oder 6–8 Uhr 87 Pkt.

    7566 Verweil. inkl. Zuschlag für Leistungen an Sa. So. Feiertag inkl. Zuschlag für Zeit von 22 bis 6 Uhr 108 Pkt.

    Ä56 = 180 Pkt.pro angefangene halbe Stunde

    + Zuschläge

    Glukose-Test

    8250 = 5 Pkt.

    Ä3511 = 50 Pkt.

    Mit weiterer Ausrüstung wäre sicherlich noch die Überwachung mit dem halbautomatischen Defibrillator sinnvoll: Abrechnung über GOÄ 431 = 100 Punkte, da es nicht zur Wiederbelebung (GOÄ 429 = 400 Punkte) gekommen ist.