Abrechnung Zahnmedizin
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Vasovagale Synkope

  • Fallbeschreibung

    Eine ältere Patientin, schlank, etwa 1,75 m groß, ist zu einer längeren Behandlung (eine 5-gliedrige Brücke steht an) in die Praxis gekommen. Nach zirka 2 Stunden Liegen im Stuhl ist das Provisorium eingesetzt, die Patientin steht auf. Plötzlich torkelt sie und fällt ungebremst auf den Boden. Dabei schlägt der Kopf an die Ecke eines Schrankes. Die Patientin liegt reglos in Rückenlage, der Hinterkopf ist blutverschmiert. Was ist zu tun?

  • Lösung

    Kontrolle der Vitalfunktionen: Atmung und Puls vorhanden, Bewusstsein fehlt. Der Kopf wird überstreckt und die Mundhöhle nach eventuellem Inhalt kontrolliert. Notfallkoffer wird gebracht, um eventuell bei Erbrechen rechtzeitig abzusaugen. Die Notfallmeldung wird abgesetzt und der Notarztwagen angefordert. Der Blutdruck wird gemessen: 70/40 mm Hg, Pulsfrequenz von 50 Schläge/min. Pulsoxymeter zeigt Werte von 98,99 SPO2.

    Da wahrscheinlich eine vasovagale Synkope vorliegt, werden die Beine hochgelagert. Der Kopf wird weiterhin überstreckt, damit die Zunge nicht zurücksinken kann (bei stabiler Seitenlage ist ein Hochlagern der Beine schwierig).

    Sauerstoff gäbe (41/min) per Nasensonde. Nach etwa fünf Minuten bewegt sich die Patientin, der Blutdruck steigt auf 80/50 mm Hg. Die Herzfrequenz beträgt etwa 70 Schläge/min.

    Patientin kann sich an ihren Sturz nicht erinnern, ihr ist plötzlich „schwarz vor den Augen“ geworden und es passiere ihr öfter.

    Die Platzwunde am Kopf blutet mittlerweile nicht mehr. Jetzt in Ruhe Blutzuckertest, um einen Überblick über die Ernährungslage der Patientin zu gewinnen. Das Ergebnis liegt im Normalbereich 80 mg/dl.

    Nun Effortil geben, da Patientin bei Bewusstsein ist, oral 20 Tropfen auf Zuckerstückchen, nimmt sie oft selbständig, hat sie in ihrer Handtasche.

    Nach nun 25 Minuten trifft der Notarzt ein, Patientin wird übergeben, mit Schilderung des Notfallhergangs und der bisherigen Therapie. Im Krankenhaus wird die Platzwunde versorgt, röntgenologisch zeigt sich keine Fraktur des Schädels.

  • Erläuterung zur Abrechnung

    Der Bema gibt für die Abrechnung von Notfällen nicht viele Möglichkeiten. Empfehlenswert ist es, die Abrechnung der erfolgten Maßnahmen, wenn im Bema nicht vorgesehen, privat vorzunehmen.

    Maßnahmen

    Bema

    GOÄ/GOZ

    Untersuchung und Verweilgebühr

    Ä1 = 9 Pkt. besser 02 = OHN = 20 Pkt.

    7560 20 Pkt.

    Ä4 = 220 Pkt.

    Ä5 = 80 Pkt.

    Ä6 = 100 Pkt.

    Ä7 = 160 Pkt.

    Ä8 = 260 Pkt. + Zuschläge + Verweilgebühr

    Ä56 pro halbe Stunde = 180 Pkt.

    Pulsoxymeter

    keine Möglichkeit

    Pulsoxymetrie Ä602 nach § 6 Abs. 2 GOZ nicht eröffnet, nach Zahnheilkundegesetz beruflich erlaubt!

    1. Möglichkeit: Pulsoxymetrie, Analogberechnung nach § 6 Abs.1 GOZ.

    2. Möglichkeit: hilfsweise doch Ä602. 152 Punkte

    Sauerstoffgabe

    8427 = 17 Pkt. oder

    8429 = 45 Pkt.

    Ä427 = 150 Pkt. oder

    Ä429 = 400 Pkt.

    Verweilgebühr bis zum Eintreffen des Notarztes

    Verweilgebühr je angefangene halbe Stunde

    7560 Verweilen ohne Unterbrechung und ohne Erbringung anderer ärztlicher Leistungen, wg. Erkrankung erforderlich 20 Pkt.

    7561 Verweil. inkl. Zuschlag dringend angefordert u. unverzügl. 38 Pkt.

    7562 Verweil. inkl. Zuschlag für Zeit von 20–22 oder 6–8 Uhr 49 Pkt.

    7563 Verweil. inkl. Zuschlag für Zeit zwischen 22 und 6 Uhr 70 Pkt.

    7564 Verweil. inkl. Zuschlag für Leistungen an Sa. So. Feiertagen 58 Pkt.

    7565 Verweil. inkl. Zuschlag für die Leistungen an Sa. So. Feiertag inkl. Zuschlag für Zeit von 20–22 oder 6–8 Uhr 87 Pkt.

    7566 Verweil. inkl. Zuschlag für Leistungen an Sa. So. Feiertag inkl. Zuschlag für Zeit von 22 bis 6 Uhr 108 Pkt.

    Ä56 = 180 Pkt. pro angefangene halbe Stunde

    Glukose-Test

    8250 = 5 Pkt.

    Ä3511 = 50 Pkt.

    Mit weiterer Ausrüstung wäre sicherlich noch die Überwachung mit dem halbautomatischen Defibrillator sinnvoll: Abrechnung über GOÄ 431 = 100 Pkt., da es zur Wiederbelebung GOÄ 429 = 400 Pkt. nicht gekommen ist.