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Wann kann eine Wurzelspitzenresektion als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden?

Wurzelspitzenresektionen sind im einheitlichen Bewertungsmaßstab als Gebühr abgebildet (WR1-WR3), allerdings stellen sie nur unter Einhaltung der Behandlungsrichtlinien eine Kassenleistung dar. Im folgenden Top-Thema zeigen wir Ihnen die Voraussetzung für eine Berechnung innerhalb der Kassenrichtlinien auf.


Folgende BEMA-Nrn. stehen zur Verfügung:

BEMA-NummernLeitungsbeschreibung
54a (WR1)Wurzelspitzenresektion an einem Frontzahn, 1x je FZ, nicht neben 56a/b (Zy1/2)
54b (WR2)Wurzelspitzenresektion an einem Seitenzahn - Für die erste resizierte Wurzel oder für eine weitere Resektion am gleichen Zahn an weiterer Wurzel durch eine gesonderten operativen Zugang.
54c (WR3)Für die Resektion einer weiteren Wurzel am gleichen Zahn durch selben Zugang
56c (Zy3)Zystektomie in Verbindung mit Osteotomie oder. Wurzelspitzenresektion
56d (Zy4)Zystostomie in Verbindung mit Osteotomie oder. Wurzelspitzenresektion

Behandlungsfall



Zahn 13, Wurzelspitzenresektion, Entfernung einer Zyste


TermineRegio/ZahnBehandlungsbeschreibungBEMA-Nummern
1. Termin


  • Eingehende Untersuchung / Beratung (letzte 01 war im letzten Kalenderhalbjahr, mind. 4 Monate sind seither vergangen)
01 (U)




12, 13, 14
  • Vitalitätsprüfung der Zähne
1x 8 (Vipr)
OK/UK
  • Panoramaschichtaufnahme
Ä935d
  • Aufklärung
  • Behandlungsplanung
  • Terminvereinbarung

Erfolgt anstelle einer Panoramaschichtaufnahme eine Volumentomographie (DVT), so können die GOÄ-Nrn. 5370 (Computergesteuerte Tomographie im Kopfbereich) und die Ä5377 (Zuschlag für computergesteuerte Analyse) nur von Zahnärzten mit entsprechendem DVT-Fachkundenachweis und vorhandenem DVT-Gerät abgerechnet werden. Für Zahnärzte ohne Nachweis der Fachkunde oder ohne vorhandenes DVT-Gerät ist die damit in Verbindung stehende Aufklärung/Beratung mit der GOÄ-Nr. 1 oder GOÄ-Nr. 3, nicht jedoch mit der GOÄ-Nr. 5377 berechnungsfähig.

Eine DVT stellt keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung dar und kann nur als Privatleistung erfolgen.



2. Termin






13
  • Infiltrationsanästhesie
1x 40 (I)







Eine zusätzliche Leitungsanästhesie in Verbindung mit der BEMA-Nr. 40 (I) ist bei größeren chirurgischen Eingriffen bei entzündlichen Prozessen möglich, jedoch nicht in Verbindung mit den BEMA-Nrn. 43 – 46 (X1-X3), 49 und 50 (Exc1/2). In Verbindung mit einer Wurzelspitzenresektion Bema-Nr. 54a-c (WR1-3), könnte bei Notwendigkeit die BEMA-Nr. 40 (I) neben der BEMA-Nr. 41a (L1) in gleicher Sitzung zusätzlich berechnet werden. 

Eine zusätzliche Oberflächenanästhesie ist keine BEMA-Leistung und kann nur gem. GOZ mit dem Patienten privat vereinbart werden (GOZ-Nr. 0080).

  • Resektion der Wurzelspitze
1x 54a (WR1)
  • Entfernung eines Zystenbalgs durch Zystektomie
1x 56c (Zy3)

  • Wundversorgung/Wundverschluss
Ist eine zusätzliche Verbandsplatte notwendig, erfolgt die Berechnung gemäß BEMA-GOÄ-NR. 2700, die Materialkosten können gem. BEMA-Nr. 603 (Laborkosten Zahnarzt) oder 604 (Fremdlabor) zusätzlich berechnet werden, die Entfernung der Verbandsplatte wird mit der BEMA-Nr. GOÄ 2702 berechnet (beachte ggf. unterschiedliche KZV-Regelungen).


  • pathologisch-histologische Untersuchung erfolgt in einem Labor
  • Versandkosten
BEMA-Nr. 602
Die pathologisch-histologische Untersuchung wird vom untersuchenden Labor abgerechnet. Das notwendige Material stellt in der Regel das Labor zur Verfügung.

3. Termin13
  • Nachbehandlung, Wundkontrolle
BEMA-Nr. 38 (N)
4. Termin13
  • Entfernung von Nähten
BEMA-Nr. 38 (N)


Behandlungsrichtlinie

Auszug aus den Behandlungsrichtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses

„B. Vertragszahnärztliche Behandlung
IV. Chirurgische Behandlung

[…]
3. Die Notwendigkeit zur Zahnextraktion ergibt sich aus Befund und Diagnose

Die Zahnextraktion kann angezeigt sein, bei

a. umfangreicher kariöser Zerstörung eines Zahnes
b. fortgeschrittener Parodontalerkrankung,
c. Erkrankungen der Pulpa und des apikalen Parodontiums, die einer endodontischen und chirurgischen Therapie nicht zugänglich sind,
d. traumatischen Zahnfrakturen,
e. fehlstehenden, verlagerten oder impaktierten Zähnen sowie bei kieferorthopädischer Indikation,

f. schlechter Prognose anderer Maßnahmen
g. oder wenn wichtige medizinische Gründe eine zwingende Rechtfertigung dafür liefern, eine bestehende oder potentielle orale Infektionsquell
e zu beseitigen


4. Eine Wurzelspitzenresektion ist insbesondere indiziert

a. wenn das Wurzelkanalsystem durch andere Verfahren nicht ausreichend zu behandeln ist,
b. wenn ein periapikaler Krankheitsprozess besteht, der einer konservierenden Therapie nicht zugänglich ist,
c. bei Wurzelfrakturen im apikalen Drittel oder aktiver Wurzelresorption


Die Wurzelspitzenresektion von Molaren ist in der Regel angezeigt, wenn

  • damit eine geschlossene Zahnreihe erhalten werden kann,
  • eine einseitige Freiendsituation vermieden wird,
  • der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz möglich wird. […]“


Zu beachten ist, dass die Behandlung gemäß Wirtschaftlichkeitsgebot § 12 SGBV immer ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein muss.

Auch die Entfernung von Zysten ist in Verbindung mit Wurzelspitzenresektionen möglich. 

Andrea Zieringer