Abrechnung Zahnmedizin
Kontakt
0049 (0) 7433 / 952-208
Stefan Lorch, Produktberater
0049 (0) 7433 / 952-777
Standardgebühren ins dt. Festnetz
beratung@abrechnung-zahnmedizin.de
Ihre E-Mail wird umgehend beantwortet
Callback-Service
Wir rufen Sie gerne zurück!
WhatsApp
Suche in: Tipps
  • Alle Rubriken
  • GOZ
  • Bema
  • Festzuschüsse
  • GOÄ
  • Soko
  • Gesetze
  • LNZ
  • Tipps
  • Urteile

Therapieergänzung im Rahmen der systematischen Behandlung von Parodontopathien

In Ausnahmefällen kann es vorkommen, dass nach erfolgter systematischer Parodontalbehandlung im geschlossenen Verfahren gemäß BEMA-Nrn. P200/P201, zusätzliche weitere chirurgische Maßnahmen im offenen Vorgehen gemäß BEMA-Nrn. P202/P203 notwendig werden. Im Folgenden informieren wir Sie über die richtige Vorgehensweise, wenn eine Therapieergänzung notwendig ist.

Behandlungsrichtlinien und Prognose


Grundsätzlich müssen auch für eine Therapieergänzung die Behandlungsrichtlinien beachtet werden. Insbesondere muss eine günstige Prognose für die Therapie vorliegen. Wesentlich für eine günstige Prognose ist die Mitwirkung des Patienten.

Faktoren, die die Prognose ungünstig beeinflussen sind insbesondere:

  • Vorliegen systemischer Risikofaktoren (z. B. schlecht eingestellter Diabetes, HIV im fortgeschrittenen Stadium, Therapie mit immunsuppressiven Medikamenten, Osteoporose).
  • Nikotinkonsum, Alkoholabusus (exogene Reizfaktoren)
  • Schlechte Mundhygiene (unzureichende Mitwirkung des Patienten). 
  • Weit fortgeschrittener Knochenabbau von über 75 % oder einem Furkationsbefall von Grad 3, bei gleichzeitigem Lockerungsgrad III ist in der Regel die Entfernung des Zahnes angezeigt.

Zähne, deren Prognose ungünstig ist, sind zu entfernen. Eine weitere Behandlung kann lediglich als Privatleistung erfolgen.

Offenes Verfahren (chirurgische Therapie)


Bei einer Sondiertiefe von mehr als 5,5 mm kann das offene Verfahren vor dem geschlossenen Verfahren durchgeführt werden. Nur in Ausnahmefällen ist das offene Verfahren auch ohne vorausgehendes geschlossenes Verfahren möglich. Die orts- und zeitgleiche Beantragung für das geschlossene und das offene Verfahren auf demselben Parodontalstatus wird nur in ganz seltenen Fällen praktiziert (in manchen KZV-Bereichen ist dies gar nicht möglich). In der Regel wird das offene Vorgehen einzelner Parodontalen als Therapieergänzung beantragt.  

Therapieergänzung 

Die Therapieergänzung ist nur innerhalb von drei Monaten nach Durchführung des geschlossenen Verfahrens möglich.

  • Ausschließlich die BEMA-Nrn. P202, P203 (Systematische Behandlung von Parodontopathien offenes Vorgehen) BEMA-Nr. 111 (Nachbehandlung) können im Rahmen der Therapieergänzung beantragt werden.
  • Die Therapieergänzung ist genehmigungspflichtig und kann begutachtet werden.
  • Blatt 1 des Parodontalstatus muss in den dafür vorgesehenen Feldern ausgefüllt werden.
  • „Therapieergänzung“ auf Blatt 1 des Parodontalstatus muss angekreuzt werden.
  • Bei „Therapieergänzung“ wird im Feld „Behandlungsplan vom“ das Datum des ursprünglichen Parodontalstatus, auf dem sich die Therapieergänzung bezieht, eingetragen.
  • Die Anzahl der geplanten Maßnahmen gemäß den BEMA-Nrn. P202, P203 , die zu behandelnden Zähne und die Anzahl der geplanten BEMA-Nr. 111  ist einzutragen.
  • Eine neue umfassende Befunderhebung (Messung der Taschentiefen usw.) für die Beantragung der Therapieergänzung ist nicht notwendig.
  • Der erneute Ansatz der BEMA-Nr. 4 (HKP) ist nicht möglich.   

Wird seitens der gesetzlichen Krankenversicherung innerhalb von drei Wochen nach Eingang des Parodontalstatus (Blatt 1) kein Gutachterverfahren eingeleitet, gilt die Therapieergänzung als genehmigt.

Das Blatt 2 des Parodontalstatus muss im Rahmen der Therapieergänzung nicht ausgefüllt werden. Da jedoch die Therapieergänzung begutachtet werden kann, empfiehlt es sich jedoch, die Befunde für die Therapieergänzung auf Blatt 2 einzutragen.

Andrea Zieringer

Weiter Top-Themen lesen Sie hier.