Abrechnung Zahnmedizin
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Honorarverlust vermeiden: Lappenoperation mit augmentativen Maßnahmen

Immer wieder kommt es bei der Abrechnung von parodontalchirurgischen Maßnahmen zu Honorarverlusten. Zum einen ist eine richtige Dokumentation für die Abrechnung unbedingt notwendig, zum anderen bereitet gerade die Abrechnung von parodontalchirurgischen Maßnahmen oft Probleme.

ZahnGOZ/GOÄBezeichnungAnzahl
Ä1Beratung - auch mittels Fernsprecher1
0010Eingehende Untersuchung zur Feststellung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen einschließlich Erhebung des Parodontalbefundes sowie Aufzeichnung des Befundes1
0030Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans nach Befundaufnahme und ggf. Auswertung von Modellen2
430080Intraorale Oberflächenanästhesie, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich1
430100Intraorale Leitungsanästhesie (Anästhesiematerial gem. § 4 Abs. 3 GOZ)1
434090Lappenoperation, offene Kürettage, einschließlich Osteoplastik an einem Frontzahn, je Parodontium1
434110

Auffüllen von parodontalen Knochendefekten mit Aufbaumaterial (Knochen- und/oder Knochenersatzmaterial), auch Einbringen von Proteinen, zur regenerativen Behandlung parodontaler Defekte, ggf. einschließlich Materialentnahme im Aufbaugebiet, je Zahn oder Parodontium oder Implantat.

  • Verbrauchsmaterial für Protein (z. B. Emdogain) § 4 Abs. 3 GOZ
  • Verbrauchsmaterial für Knochenersatzmaterial gem. § 4 Abs. 3 GOZ
1
43Ä2442Implantation alloplastischen Materials zur Weichteilunterfütterung, als selbständige Leistung1
Ä444

Zuschlag bei ambulanter Durchführung von operativen Leistungen, die mit Punktzahlen von 800 bis 1199 Punkten bewertet sind.

  • Verbrauchsmaterial: Knochenkollektor oder Knochenschaber, gem. § 4 Abs. 3 GOZ
  • Verbrauchsmaterial für atraumatisches Nahtmaterial, gem. § 4 Abs. 3 GOZ
1
Ä5000Zähne, je Projektion

Hinweis zum Fallbeispiel:

  • Für die Lappenoperation an einem Frontzahn wird die GOZ-Nr. 4090 angesetzt.
  • Die Lappenoperation (GOZ-Nrn. 4090) und das Auffüllen parodontaler Knochendefekte (GOZ-Nr. 4110) sind nebeneinander berechnungsfähig.
  • Die Entfernung harter und weicher Zahnbeläge (GOZ-Nrn. 4050), Parodontalchirurgische Therapie (GOZ-Nr. 4070), 4080 (Gingivektomie) können nicht zusätzlich zur Lappenoperation (GOZ-Nr. 4090) berechnet werden. 
  • Die Lappenoperation (GOZ-Nr. 4090) beschreibt lediglich die Lappenbildung und die anschließende Repositionierung in gleicher Lage.
  • Das Verlegen eines gestielten Lappens (GOZ-Nr. 4120) kann zusätzlich zur Lappenoperation (GOZ-Nr. 4090) abgerechnet werden.
  • Eine vollständige Lappenplastik hingegen wird entweder mit der GOÄ-Nr. 2381 (einfache Hautplastik) oder GOÄ-Nr. 2382 (schwierige Hautplastik) abgerechnet. Der gleichzeitige Ansatz der GOZ-Nrn. 4090 (Lappenoperation)/4120 (Verlegen eines gestielten Schleimhautlappens) ist dann nicht möglich. Eine genaue Dokumentation ist hierzu unbedingt notwendig.
  • Das Auffüllen parodontaler Knochendefekte mit Protein und/oder Knochenersatzmaterial wird mit der GOZ-Nr. 4110 berechnet, hierbei ist es unerheblich ob dies mit autologem Knochen oder alloplastischen Material geschieht.
  • Wird zusätzlich eine Weichteilunterfütterung notwendig, so wird diese bei Verwendung mit Knochenersatzmaterial mit der GOÄ-Nr. 2442 (Implantation alloplastischen Materials zur Weichteilunterfütterung) berechnet.
  • Wird autologer Knochen für die Weichteilunterfütterung verwenden, dann kann die GOZ-Nr. 9090 (Knochengewinnung, Knochenaufbereitung und Knochenimplantation) berechnet werden.
  • Zuschlag zur GOÄ-Nr. 2442 (Implantation alloplastisches Material zur Weichteilunterfütterung): Nur ein OP-Zuschlag entweder aus der GOZ oder der GOÄ ist ansetzbar.
    In diesem Fall der wesentlich bessere honorierte Zuschlag GOÄ-Nr. 444 (ambulante Operationen) = 75,77 €. Der Zuschlag aus der GOZ-Nr. 0500 (nicht stationäre chirurgische Leistungen) wird nur mit = 22,50 (zzgl. zu GOZ-Nr. 4090) honoriert.

Nachbehandlung in einer Folgesitzung:

  • Nachbehandlungen nach GOZ-Nr. 4090/4110 (Lappenoperation) werden mit der GOZ-Nr. 4150 (Kontrolle/Nachbehandlung nach parodontalchirurgischen Maßnahmen) berechnet.
  • Erfolgte ein neuer Wundverband in einer Folgesitzung, so kann dafür die GOÄ-Nr. 200 (Anlegen eines Wundverbandes) zusätzlich abgerechnet  werden.
  • Das Wiederanbringen, kleine Änderungen oder auch die Entfernung von Verbandsplatten ist in einer Folgesitzung mit der GOÄ-Nr. 2702 (Befestigung/Änderung/Entfernung von Schienen/Stützapparaten) berechnungsfähig.

Andrea Zieringer