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Früherkennungsuntersuchung – Beispiel eines Behandlungsablaufs

Für die Abrechnung der zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen sind unterschiedliche Vorschriften, insbesondere in Bezug auf die Abrechnungsfristen, mögliche Fluoridierungsmaßnahmen und das Kariesrisiko zu beachten. Erfahren Sie mit diesem Fallbeispiel alles Wichtige zu den BEMA-Nrn. FU1a-c, FU2.

Kind 7 Monate kommt zum ersten Mal mit der Mutter in die Praxis (Juli)
Zahnärztliche FrüherkennungsuntersuchungFU 1a
Praxitische Anleitung der MutterFU Pr
Lokale Fluoridierung der ersten vorhandenen MilchzähneFLA
Hinweise:
-    BEMA-Nr. FU Pr ist nur in Verbindung mit FU1a-c berechnungsfähig.
-    Ein erhöhtes Kariesrisiko ist bis einschließlich zum 33. Lebensmonat für die Berechnung der BEMA-Nr. FLA keine Voraussetzung!
-    Die BEMA-Nr. FLA ist zweimal je Kalenderhalbjahr berechnungsfähig


Das Kind kommt mit 10 Monaten zur Kontrolle mit der Mutter in die Praxis (Oktober)

BeratungÄ1
Lokale Fluoridierung der vorhandenen Milchzähne   FLA
Hinweise:
-    Der Abstand zwischen zwei Früherkennungsuntersuchungen muss mindestens 4 Monate betragen.
-    Eine BEMA-Nr. 01 kann nicht im selben Kalenderhalbjahr als die FU 1 abgerechnet werden.
-    Das Kind ist zwar mittlerweile 10 Monate alt, die FU 1b kann jedoch noch nicht berechnet werden, da der Abstand zur FU 1a im Juli noch keine 4 Monate beträgt.
-    Die BEMA-Nr. FLA ist zweimal je Kalenderhalbjahr unabhängig vom Kariesrisiko ansetzbar und deshalb erneut berechnungsfähig.


Das Kind kommt mit 15 Monaten mit der Mutter in die Praxis (März)
Zahnärztliche FrüherkennungsuntersuchungFU 1b
Praktische Anleitung der Mutter    FU Pr
Lokale Fluoridierung der vorhandenen Milchzähne    FLA
Hinweise:
-    Zur BEMA-Nr. FU 1a sind mittlerweile 4 Monate vergangen, die Berechnung der FU 1b ist möglich.
-    Die FU Pr ist erneut im Zusammenhang mit der FU 1b berechnungsfähig.
-    Die BEMA-Nr. FLA ist zweimal je Kalenderhalbjahr berechnungsfähig und deshalb erneut ansetzbar

Das Kind kommt mit 20 Monaten mit der Mutter in die Praxis (August)
Eingehende Untersuchung    BEMA-Nr. 01
Lokale Fluoridierung der vorhandenen Milchzähne    FLA
Hinweise
-    Obwohl zur BEMA-Nr. FU 1b bereits 4 Monate vergangen sind, ist die BEMA-Nr. FU 1c ist nicht möglich, da das Kind das 21. Lebensmonat noch nicht erreicht hat.
-    Die BEMA-Nr. 01 kann nicht im selben Kalenderhalbjahr als die FU 1 abgerechnet werden, für die Berechnung im Folgequartal ist ein Mindestabstand von 4 Monaten zwischen BEMA-Nrn. FU 1 und 01 erforderlich.
-    Die BEMA-Nr. FLA ist unabhängig vom Kariesrisiko zweimal je Kalenderhalbjahr berechnungsfähig. 

Das Kind kommt mit 23 Monaten mit der Mutter in die Praxis (November)

Beratung      Ä1
Lokale Fluoridierung der Milchzähne  FLA
Hinweise:
-    Obwohl das Kind mittlerweile 23 Monate alt ist, kann die BEMA-Nr. FU 1c nicht abgerechnet werden, da im selben Kalenderhalbjahr bereits eine BEMA-Nr. 01 erfolgt ist.
-    Die BEMA-Nr. FLA ist unabhängig vom Kariesrisiko zweimal je Kalenderhalbjahr berechnungsfähig

Das Kind kommt mit 27 Monaten mit der Mutter in die Praxis (März)
Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung    FU 1c
Praktische Anleitung der Mutter    FU Pr
Lokale Fluoridierung der Milchzähne   FLA
Hinweise:
-    Zur letzten FU1 sind mehr als vier Monate vergangen, eine BEMA-Nr. 01 ist im selben Kalenderhalbjahr noch nicht erfolgt, das Kind ist 27 Monate alt, die BEMA-Nr. FU 1c kann abgerechnet werden.
-    Die FU Pr ist erneut im Zusammenhang mit der FU 1c berechnungsfähig.
-    Die BEMA-Nr. FLA ist zweimal je Kalenderhalbjahr berechnungsfähig und deshalb ansetzbar

Das Kind kommt mit 33 Monaten mit der Mutter in die Praxis (September)

Eingehende Untersuchung01
Lokale Fluoridierung der vorhandenen MilchzähneFLA
Hinweise:
-    Die BEMA-Nr. FU 1c wurde bereits im Alter von 27 Monaten des Kindes erbracht und ist ein weiteres mal nicht mehr berechnungsfähig.
-    Die BEMA-Nr. FU 2 ist frühestens ab dem 34. Lebensmonat möglich und deshalb im momentanen Alter von 33 Monaten noch nicht berechnungsfähig.
-    Da im gleichen Kalenderhalbjahr noch keine der BEMA-Nrn. FU1/01 erfolgte und zur letzten BEMA-Nr. 01 oder BEMA-Nr. FU 1 ein Mindestabstand von 4 Monaten vergangen ist, kann die BEMA-Nr. 01 abgerechnet werden.
-    Die BEMA-Nr. FU Pr ist nur im Zusammenhang mit den BEMA-Nrn. FU 1a-c berechnungsfähig und deshalb nicht ansetzbar.
-    Die BEMA-Nr. FLA ist unabhängig vom Kariesrisiko im Alter von 6 bis zum vollendeten 33. Lebensmonat zweimal je Kalenderhalbjahr berechnungsfähig.

Das Kind kommt mit 38 Monaten mit der Mutter in die Praxis (Februar), kein erhöhtes Kariesrisiko

Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung    FU 1b
Lokale Fluoridierung    GOZ-Nr. 1020
Hinweise:
-    Die BEMA-Nr. FU 2 ist vom 34. bis zum vollendeten 72. Lebensmonat maximal dreimal berechnungsfähig.
-    Da im gleichen Kalenderhalbjahr noch keine der BEMA-Nrn. FU 1 oder FU 2/01 erfolgte und zur letzten BEMA-Nr. 01 ein Mindestabstand von 4 Monaten vergangen ist, kann die BEMA-Nr. 01 abgerechnet werden.
-    Gemäß § 10 der Früherkennungsrichtlinien ist die BEMA-Nr. FLA ab dem 34. Lebensmonat bis zum vollendeten 72. Lebensmonat nur bei erhöhtem Kariesrisiko berechnungsfähig. Ein solches liegt nicht vor, die BEMA-Nr. FLA ist nicht berechnungsfähig, die Maßnahme ist gemäß GOZ-Nr. 1020 berechnungsfähig (private Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z)

Das Kind kommt mit 44 Monaten mit der Mutter in die Praxis (August), kein erhöhtes Kariesrisiko

Eingehende Untersuchung01
Lokale FluoridierungGOZ-Nr. 1020
Hinweise:
-    Der Mindestabstand zwischen zwei Früherkennungsuntersuchungen gemäß BEMA-Nr. FU 2 beträgt 12 Monate. Zur letzten FU 2 sind erst sechs Monate vergangen, die erneute Berechnung der FU 2 ist noch nicht möglich.
-    Die BEMA-Nr. 01 kann angesetzt werden, da im gleichen Kalenderhalbjahr weder eine BEMA-Nr. 01 oder FU 2 berechnet wurde und zur letzten BEMA-Nr. 01/FU 2 ein Mindestabstand von 4 Monaten eingehalten wurde.
-    Ein erhöhtes Kariesrisiko liegt nicht vor, deshalb kann die BEMA-Nr. FLA im Alter von 44 Monaten nicht berechnet werden, die Maßnahme ist gemäß GOZ-Nr. 1020 berechnungsfähig (private Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z)

Das Kind kommt mit 51 Monaten mit der Mutter in die Praxis (März), kein erhöhtes Kariesrisiko

Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung    FU 2
Lokale Fluoridierung    GOZ-Nr. 1020
Hinweise:
-    Die BEMA-Nr. FU 2 ist vom 34. bis zum vollendeten 72. Lebensmonat maximal dreimal berechnungsfähig.
-    Da im gleichen Kalenderhalbjahr noch keine der BEMA-Nrn. FU 1 oder FU 2/01 erfolgte und zur letzten BEMA-Nr. FU 2 ein Mindestabstand von 12 Monaten vergangen ist, kann die BEMA-Nr. FU 2 erneut abgerechnet werden.
-    Gemäß § 10 der Früherkennungsrichtlinien ist die BEMA-Nr. FLA ab dem 34. Lebensmonat bis zum vollendeten 72. Lebensmonat nur bei erhöhtem Kariesrisiko berechnungsfähig. Ein solches liegt nicht vor, die BEMA-Nr. FLA ist nicht berechnungsfähig, die Maßnahme ist gemäß GOZ-Nr. 1020 berechnungsfähig (private Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z)

Das Kind kommt mit 56 Monaten mit der Mutter in die Praxis (August), kein erhöhtes Kariesrisiko

Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung    BEMA-Nr. 01
Lokale Fluoridierung    GOZ-Nr. 1020
Hinweise:
-    Der Mindestabstand zwischen zwei Früherkennungsuntersuchungen gemäß BEMA-Nr. FU 2 beträgt 12 Monate. Zur letzten FU 2 sind erst fünf Monate vergangen, die erneute Berechnung der FU 2 ist noch nicht möglich.
-    Die BEMA-Nr. 01 kann angesetzt werden, da im gleichen Kalenderhalbjahr weder eine BEMA-Nr. 01 oder FU 2 berechnet wurde und zur letzten BEMA-Nr. 01/FU2 ein Mindestabstand von 4 Monaten eingehalten wurde.
-    Gemäß § 10 der Früherkennungsrichtlinien ist die BEMA-Nr. FLA ab dem 34. Lebensmonat bis zum vollendeten 72. Lebensmonat nur bei erhöhtem Kariesrisiko berechnungsfähig. Ein solches liegt nicht vor, die BEMA-Nr. FLA ist im Alter von 56 Monaten nicht berechnungsfähig, die Maßnahme ist gemäß GOZ-Nr. 1020 berechnungsfähig (private Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z)

Das Kind kommt mit 64 Monaten mit der Mutter in die Praxis (April) kein erhöhtes Kariesrisiko
Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung    FU 2
Lokale Fluoridierung    GOZ-Nr. 1020

Hinweis:

-    Die BEMA-Nr. FU 2 ist vom 34. bis zum vollendeten 72. Lebensmonat maximal dreimal berechnungsfähig.
-    Da im gleichen Kalenderhalbjahr noch keine der BEMA-Nrn. FU 1 oder FU 2/01 erfolgte und zur letzten BEMA-Nr. 01 ein Mindestabstand von 4 Monaten vergangen ist, kann die BEMA-Nr. 01 abgerechnet werden.
-    Gemäß § 10 der Früherkennungsrichtlinien ist die BEMA-Nr. FLA ab dem 34. Lebensmonat bis zum vollendeten 72. Lebensmonat nur bei erhöhtem Kariesrisiko berechnungsfähig. Ein solches liegt nicht vor, die BEMA-Nr. FLA ist im Alter von 64 Monaten nicht berechnungsfähig, die Maßnahme ist gemäß GOZ-Nr. 1020 berechnungsfähig (private Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z)

Das Kind kommt mit 71 Monaten mit der Mutter in die Praxis (November), kein erhöhtes Kariesrisiko
Eingehende UntersuchungBEMA-Nr. 01
Versiegelung der vorzeitig durchgebrochenen Zähne 16 und 26    2x IP5
Fluoridierung der Zähne    FLA
Hinweise:
-    Die BEMA-Nr. FU 2 ist nicht berechnungsfähig, da die BEMA-Nr. FU 2 maximal im Alter vom 34. bis zum vollendeten 72 Lebensmonat dreimal berechnungsfähig ist und zwischen zwei Früherkennungsuntersuchungen nach BEMA-Nr. FU 2 ein Mindestabstand von 12 Monaten eingehalten werden muss – beides trifft nicht zu.
-    Die BEMA-Nr. 01 kann angesetzt werden, da im gleichen Kalenderhalbjahr weder eine BEMA-Nr. 01 oder FU 2 berechnet wurde und zur letzten BEMA-Nr. 01/FU 2 ein Mindestabstand von 4 Monaten eingehalten wurde.
-    Bei vorzeitigem Durchbruch der Zähne 16, 26, 36, 46 ist die BEMA-Nr. IP5 bereits vor 6 Jahren berechnungsfähig.
-    Obwohl kein erhöhtes Kariesrisiko besteht, kann jedoch in Verbindung mit der BEMA-Nr. IP5 kann eine Fluoridierung erfolgen, im Alter von 71 Monaten ist dafür die FLA berechnungsfähig.


Hinweis zur Entfernung weicher Beläge in Verbindung mit der BEMA-Nr. FLA und der GOZ-Nr. 1020
Die BEMA-Nr. FLA beinhaltet die Entfernung weicher Beläge vor der Fluoridierungsmaßnahme. Hingegen ist Entfernung weicher Beläge kein Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 1020 und kann mit den GOZ-Nrn. 4050/4055 zusätzlich berechnet werden.


Urteil zum Zeitabstand zwischen zwei Fluoridierungsmaßnahmen:
Sozialgericht (SG) München, Urteil vom 19.05.2016, Az.: S 21 KA 5210/15
In dem Urteil wird bestätigt, dass ein regelmäßiger Abstand zwischen den einzelnen Fluoridierungsmaßnahmen von ca. drei Monaten angemessen sei.
In den BEAM-Gebühren IP4/FLA ist der zeitliche Abstand nicht geregelt, das Urteil wird jedoch in der Regel von den KZVen umgesetzt, nähere Hinweise zum zeitlichen Abstand sind bei der zuständigen KZV einzuholen.

1 Die abgerechneten Gebühren sind nur beispielhaft, möglicherweise nicht vollständig und müssen den individuellen Behandlungsverlauf angepasst werden.

Andrea Zieringer