Abrechnung Zahnmedizin
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Die richtige Berechnung eines Heil- und Kostenplans

Schriftliche Heil- und Kostenpläne werden in der Praxis täglich erstellt. Das Aufstellen eines Heil- und Kostenplan kann unabhängig von einer Anforderung des Patienten erfolgen. Im aktuellen Top-Thema informieren wir Sie über die richtige Berechnung eines Heil- und Kostenplans gemäß den GOZ-Nrn. 0030 und 0040.

GOZ-Nr. 0030 – Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans nach Befundaufnahme und gegebenenfalls Auswertung von Modellen.

Ein Heil- und Kostenplan gem. GOZ-Nr. 0030 gilt für folgende GOZ-Teile:
A – Allgemeine zahnärztliche Leistungen
B – Prophylaktische Leistungen
C – Konservierende Leistungen
D – Chirurgische Leistungen
E – Leistungen bei Erkrankungen der Mundschleimhaut und des Parodontiums
F – Prothetische Leistungen
H – Eingliederung von Aufbissbehelfen und Schienen
K – Implantologische Leistungen

GOZ-Nr. 0040 – Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans bei kieferorthopädischer Behandlung oder bei funktionsanalytischen und funktionstherapeutischen Maßnahmen nach Befundaufnahme und Ausarbeitung einer Behandlungsplanung.

Ein Heil- und Kostenplan gem. GOZ-Nr. 0040 gilt für folgende GOZ-Teile:
G – Kieferorthopädische Leistungen
J – Funktionsanalytische und funktionstherapeutische Leistungen

Die GOZ-Nr. 0040 ist immer dann berechnungsfähig, wenn Leistungen aus den GOZ-Teilen G. Kieferorthopädie oder J. Funktionsanalythische und funktionstherapeutische Leistungen Bestandteil des Heil- und Kostenplans sind. Werden weitere Leistungen aus den GOZ-Teilen A, B, C, D, E, F, H, K  im Heil- und Kostenplan aufgeführt, kann die GOZ-Nr. 0030 nicht zusätzlich berechnet werden, da eine Nebeneinanderberechnung der GOZ-Nrn. 0030 und 0040 für einen Heil- und Kostenplan ausgeschlossen ist.

Voraussetzung für die Berechnung eines Heil- und Kostenplans gem. den GOZ-Nrn. 0030/0040 sind:

o    Vorausgehende Befundaufnahme
o    Ausarbeitung einer Behandlungsplanung (GOZ-Nr. 0040)
o    Der Heil- und Kostenplan bedarf der Schriftform.
o    ggf. Auswertung von Modellen

Der Heil- und Kostenplan kann auch ohne Anforderung des Patienten erstellt und abgerechnet werden, der Patient hat jedoch ein Anrecht auf eine Ausfertigung des Heil- und Kostenplans.

Der Heil- und Kostenplan gem. GOZ-Nrn. 0030/0040 kann auch für Analogpositionen gem. § 6 Abs. 1 GOZ und für medizinisch nicht notwendige Leistungen gem. § 2 Abs. 3 GOZ berechnet werden.
 
Die GOZ-Nrn. 0030/0040 sind je Heil- und Kostenplan berechnungsfähig, z. B. bei mehreren möglichen Behandlungsalternativen.  

Heil- und KostenplanGOZ-Nr.
1 Heil- und Kostenplan für Zahnersatz 1x 0030
2 Heil- und Kostenpläne für Zahnersatz (Alternativplanung)2x 0030
1 Heil- und Kostenplan für Kieferorthopädie1x 0040
1 Heil- und Kostenplan für Füllungstherapie, Zahnersatz und Parodontologie1x 0030
1 Heil- und Kostenplan für Zahnersatz und Funktionsanalyse/Funktionstherapie 1x 0040

1 Vereinbarung gem. § 2 Abs. 3 GOZ für Bleichen der Zähne

1 Heil- und Kostenplan für Zahnersatz

1 Heil- und Kostenplan für Implantate und Suprakonstruktion (als Alternativplanung)

3x 0030

Inhalt des Heil- und Kostenplans
Der Heil- und Kostenplan dient zur Information des Patienten über die zu erwartenden Kosten für die geplante Behandlung unter Angabe der Gebühren aus GOZ/GOÄ, das Behandlungsgebiet, geschätzte Material- und Laborkosten. Der endgültige Steigerungsfaktor kann in der Regel erst bei der Behandlung festgelegt werden, eine exakte Angabe des Steigerungsfaktors kann deshalb unter Umständen erst bei Rechnungstellung erfolgen.


Zahntechnische Leistungen
Eine Besonderheit stellen im Heil- und Kostenplan die zahntechnischen Leistungen gem. § 9 GOZ dar. Übersteigen die voraussichtlichen Kosten für zahntechnische Leistungen 1000,00 € kann der Versicherte einen Kostenvoranschlag für die zahntechnischen Leistungen verlangen, sofern die 1000,00 € innerhalb von 6 Monaten anfallan. Der Kostenvoranschlag für zahntechnische Leistungen hat kostenlos zu erfolgen.  

Achtung:

Ab einer Überschreitung von 15 % der im zahntechnischen Kostenvoranschlag angegebenen geschätzten Kosten, muss der Zahnarzt den Patient unverzüglich darüber schriftlich informieren.

Informationspflicht des Zahnarztes
Hat der Zahnarzt Kenntnis darüber, dass erstattende Stellen die Behandlungskosten nur zum Teil oder gar nicht erstatten, so hat er den Patienten darüber in schriftliche zu unterrichten (gem. § 630 c Abs. 3 und 4 BGB, Patientenrecht)!

Die schriftliche Form ist im § 630 c BGB nicht näher definiert, ein Heil- und Kostenplan gem. GOZ-Nrn. 0030/0040 ist empfehlenswert.

     

Chefredakteurin Andrea Zieringer

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