Abrechnung Zahnmedizin
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Die Berechnung der Individualprophylaxe in der GOZ

Dürfen die Leistungsnummern der Individualprophylaxe zusammen mit einer Beratung oder Untersuchung berechnet werden? Was ist bei der Abrechnung zu beachten, wenn nach der Entfernung von Belägen lokal fluoridiert wird? Mit nachfolgender Checkliste erhalten Sie die Antworten für eine korrekte Abrechnung der Individualprophylaxe.

Checkliste zur Berechnung der Individualprophylaxe in der BEMA und GOZ:

Ist die Berechnung der GOZ-Nrn. 1000/1010 in gleicher Sitzung mit einer Beratung oder Untersuchung möglich?
  • Die GOZ-Nrn. 1000/1010 sind dann neben den GOZ-Nrn. 0010/GOÄ-Nr. 5 oder Beratung (GOÄ1) in gleicher Sitzung abrechnungsfähig, wenn diese Leistungen einem anderen Zwecke als die der Individualprophylaxe dient.
  • Das gleiche gilt gemäß den Abrechnungsbestimmungen der GOZ-Nrn. 1000/1010 auch in Zusammenhang mit den GOZ-Nrn. 4000 (Erstellung und Dokumentieren eines Parodontalstatus) und GOZ-Nr. 8000 (Klinische Funktionsanalyse einschließlich Dokumentation).
  • Dokumentation in der EDV/Karteikarte, ggf. Hinweis bei der Abrechnung an die KZV
Gibt es eine Altersbeschränkung für die Berechnung der GOZ-Nrn. 1000 ff. (ähnlich wie im BEMA)? Nein, eine Altersbeschränkung in der GOZ für die Berechnung der GOZ-Nrn. 1000 ff., gibt es nicht.

Entfernung weicher und harter Beläge in Verbindung mit den GOZ-Nrn. 1020 (lokale Fluoridierung) und GOZ-Nr. 2000 (Versiegelung kariesfreier Fissuren)

  • GOZ-Nr. 1020 (lokale Fluoridierung) und GOZ-Nr. 2000 (Versiegelung kariesfreier Fissuren)
  • Die GOZ-Nrn. 4050/4055 (Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) können unter Einhaltung der Abrechnungsbestimmungen zusätzliche abgerechnet werden.
  • Ist der Inhalt der GOZ-Nr. 1040 (professionelle Zahnreinigung) erfüllt, so kann dies anstelle der GOZ-Nrn. 4050/4055 (Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) zusätzlich zur GOZ-Nr. 2000 (Versiegelung kariesfreier Fissuren) berechnet werden, jedoch nicht zusätzlich zur GOZ-Nr. 1020 (lokale Fluoridierung), da die lokale Fluoridierung bereits Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 1040 (professionelle Zahnreinigung) ist. 

Die wichtigsten Unterschiede zwischen der BEMA und der GOZ-Individualprophylaxe:

BemaGOZ
Bema-Nr. IP1GOZ-Nr. 1000
Mundhygienestatus

• 1x je Kalenderhalbjahr
• 6 Jahre bis zum vollendeten 17. Lebensjahr (7. – 18. Lebensjahr)
• Eine Mindestdauer ist nicht vorgeschrieben.

Mundhygienestatus und Unterweisung

• 1x jährlich
• mehr als 1x jährlich = Analogberechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ
• Mindestdauer 25 Minuten
• Die GOZ sieht keine Alterseinschränkung vor.
Bema-Nr. IP2GOZ-Nr. 1010

Mundgesundheitsaufklärung

• 1x je Kalenderhalbjahr
• 6 Jahre bis zum vollendeten 17. Lebensjahr (7. – 18. Lebensjahr)
• Eine Mindestdauer ist nicht vorgeschrieben.


Kontrolle, einschließlich Mundhygienestatus und weiterer Unterweisung

• 3x jährlich
• mehr als 3x jährlich = Analogberechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ
• Mindestdauer 15 Minuten
• Die GOZ sieht keine Alterseinschränkung vor.

Bema-Nr. IP4GOZ-Nr. 1020
Lokale Fluoridierung

• einschließlich Entfernung weicher Beläge
• Die Entfernung harter Beläge ist nicht Leistungsbestandteil der Bema-Nr. IP4.
• Auch mit Anwendung eines konfektionierten Fluoridträgers (z. B. konfektionierte Schiene) abrechenbar.
• 1x je Kalenderhalbjahr
• 2x je Kalenderhalbjahr bei erhöhtem Kariesrisiko
• 6 Jahre bis zum vollendeten 17. Lebensjahr (7. – 18. Lebensjahr)
• Bei erhöhtem Kariesrisiko bereits ab dem 30. Lebensmonat (2x je Kalenderhalbjahr) berechnungsfähig.
• Bei vorzeitigem Durchbruch der 6-Jahrmolaren auch bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahr berechnungsfähig.

Die Anwendung von Medikamenten mittels individuell gefertigter Schienen ist keine Leistung der GKV.

Lokale Fluoridierung

• Weder die Entfernung harter noch weicher Beläge ist Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 1020.
• 4x jährlich
• mehr als 4x jährlich = Analogberechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ
• Die GOZ sieht keine Alterseinschränkung vor.
• Auch mit der Anwendung eines konfektionierten Fluoridträgers (z. B. konfektionierte Schiene) abrechenbar.

GOZ-Nr. 1030
Die Anwendung von Medikamenten zur Kariesvorbeugung/initialen Kariesbehandlung mit einer individuell gefertigten Schiene als Medikamententräger.

• Weder die Entfernung harter noch weicher Beläge ist Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 1030.
• 4x jährlich bei Fluoridanwendung (mehrfach nur mit Begründung auf der Rechnung)
• Mehr als 4x jährlich abrechenbar, bei Anwendung anderer Medikamente als Fluoride.
• Die GOZ sieht keine Alterseinschränkung vor.
• nur mit individuell gefertigter Schiene berechenbar
• Die Herstellung der Schiene ist gesondert berechnungsfähig sowie der zahnärztliche Aufwand gem. § 6 Abs. 1 GOZ, der zahntechnische Aufwand gem. § 9 GOZ und das Abdruckmaterial gem. § 4 Abs. 3 GOZ.

Bema-Nr. IP5GOZ-Nr. 2000

Versiegelung kariesfreier Fissuren/Grübchen

• Einschließlich Entfernung weicher Beläge.
• Die Entfernung harter Beläge ist nicht Leistungsbestandteil der Bema-Nr. IP5.
• 1x je Zahn
• Die Abrechnung ist nur an den Zähnen 17, 16, 27, 26, 37, 36, 47, 46, als Leistung der GKV, möglich. An allen anderen Zähnen stellt die Fissurenversiegelung eine Privatleistung dar.
• nicht für Glattflächenversiegelung berechnungsfähig
• 6 Jahre bis zum vollendeten 17. Lebensjahr (7. – 18. Lebensjahr)
• Bei vorzeitigem Durchbruch der 6-Jahresmolaren, auch bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahr, berechnungsfähig.

Versiegelung kariesfreier Zahnfissuren und Glattflächenversiegelung

• Weder die Entfernung harter noch weicher Beläge ist Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 2000.
• 1x je Zahn
• an allen bleibenden Zähnen und Milchzähnen berechnungsfähig
• auch für Glattflächenversiegelung oder Bracketumfeldversiegelung berechnungsfähig
• Die GOZ sieht keine Alterseinschränkung vor.

Bema-Nr. 107 (Zst)GOZ-Nrn. 4050/4055
Zahnsteinentfernung
Nur für die Entfernung harter Beläge

• 1x je Sitzung
• 1x je Kalenderjahr (weitere Zahnsteinentfernungen sind nur als Privatleistung möglich).
• keine Kontrollbehandlung möglich
• Die Entfernung weicher Beläge ist keine Leistung der GKV.
• Das Entfernen weicher Beläge in Verbindung mit IP4/IP5 ist mit den Leistungen gem. IP4/IP5 bereits abgegolten.
• Das Entfernen harter Beläge in Verbindung mit IP4/IP5 kann mit der Bema-Nr. 107 (Zst) berechnet werden, sofern die Zahnsteinentfernung in dem betreffenden Kalenderjahr noch nicht erfolgt ist.

Entfernung harter/weicher Beläge

• 1x innerhalb 30 Tagen berechnungsfähig
• 1x je Zahn/Implantat/Brückenglied, je Sitzung
• Eine Kontrollbehandlung in einer Folgesitzung ist gem. GOZ-Nr. 4060 (Kontrolle nach Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) abzurechnen.
• Die lokale Fluoridierung ist mit den GOZ-Nrn. 4050/4055 (Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) nicht abgegolten, die GOZ-Nr. 1020 (lokale Fluoridierung) kann zusätzlich berechnet werden. 
• Das Entfernen weicher Beläge in Verbindung mit der GOZ-Nr. 2000 (Fissurenversiegelung) ist nicht abgegolten und kann zusätzlich mit den GOZ-Nrn. 4050/4055 (Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) abgerechnet werden.

Keine GKV-LeistungGOZ-Nr. 1040
Professionelle Zahnreinigung

• 1x je Zahn/Implantat/Brückenglied
• keine zeitliche Einschränkung für die erneute Berechnungsfähigkeit
• Eine Kontrollbehandlung in einer Folgesitzung ist gem. GOZ-Nr. 4060 (Kontrolle nach Entfernung harter und weicher Zahnbeläge) abzurechnen.
• Die lokale Fluoridierung ist mit der GOZ-Nr. 1040 abgegolten, die GOZ-Nr. 1020 kann nicht neben GOZ-Nr. 1040 berechnet werden. 

Keine GKV-LeistungGOZ-Nr. 4060
Kontrolle nach Entfernung harter/weicher Zahnbeläge oder PZR

• 1x je Zahn/Implantat/Brückenglied
• auch für die Politur oder Nachreinigung berechnungsfähig
• Die lokale Fluoridierung ist mit der GOZ-Nr. 4060 nicht abgegolten, die GOZ-Nr. 1020 kann ggf. neben der GOZ-Nr. 4060 berechnet werden.

Keine GKV-LeistungGOZ-Nr. 4025
Subgingivale Applikation von antibakteriellen Wirkstoffen

• 1x je Zahn
• nicht an einem Implantat = Analogleistung gem. § 6 Abs. 1 GOZ
• nur für antibakterielle Wirkstoffe (z. B. Perio-Chip, Chlosite, Ligosan)
• Die tatsächlichen Kosten für das eingebrachte antibakterielle Medikament sind zusätzlich berechnungsfähig.
• Eine zeitliche Einschränkung bzgl. der erneuten Brechungsfähigkeit gibt es nicht.

Bema-Nr. FUKeine GOZ-Nummer

Zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung eines Kindes vom 30. Bis zum 72. Lebensmonat

• 1x je Sitzung
• 3x innerhalb dem 30. Lebensmonat bis 72. Lebensmonat
• Abstand zwischen Bema-Nr. FU muss mindestens 1 Jahr betragen
• Mit der BEMA-FU ist abgegolten:
  o Eingehende Untersuchung, einschließlich Beratung,
  o Einschätzung des Kariesrisikos anhand des dmf-t-Index,
  o Ernährungs- und Mundhygieneberatung,
  o Empfehlung und ggf. Verordnung von Fluoridierungsmitteln.

• Nicht neben Bema-Nr. 01 in dem selben Kalenderhalbjahr abrechenbar. Im folgenden Kalenderhalbjahr kann die Bema-Nr. FU frühestens 4 Monate nach erfolgter Bema-Nr. 01 berechnet werden.
• Die 01 kann im folgenden Kalenderhalbjahr nach Berechnung der FU frühestens nach 4 Monaten berechnet werden.
• Die Einzeluntersuchung ist die Voraussetzung für die Berechnung der FU.

Chefredakteurin Andrea Zieringer

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