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Die Abrechnung der „Socket Preservation“ Teil 1

Um nach Zahnextraktionen oder Entfernung eines Implantats den Verlust des Knochengewebes zu vermeiden, bietet sich die Durchführung einer „Socket Preservation“ an. Nachfolgend erfahren Sie, was bei der Abrechnung von unterschiedlichen Therapiekonzepten, beachtet werden muss.


Checkliste

GOZ-Nr. 9090 - Knochengewinnung (z. B. Knochenkollektor oder Knochenschaber), Knochenaufbereitung und Knochenimplantation, auch zur Weichteilunterfütterung

Auffüllen von Knochendefekten und Weichteilunterfütterung mit autologen Knochen = GOZ-Nr. 9090:

  • je Transplantationsvorgang
  • einschließlich Knochengewinnung und Knochenaufbereitung
  • ausschließlich mit autologem Material
  • für periimplantäre Knochendefekte, für das Auffüllen einer Alveole (z. B. Socket Preservation)

Wird zusätzlich Knochen intraoral, jedoch außerhalb des Aufbaugebietes gewonnen, ist die GOZ-Nr. 9140 (Intraorale Entnahme von Knochen außerhalb des Aufbaugebietes) zusätzlich berechnungsfähig.

  • ggf. zzgl. Weichteilunterfütterung mit Knochenersatzmaterial gem. GOÄ-Nr. 2442
  • nicht bei Verwendung von Knochenersatzmaterial (=Analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ)
  • nicht für das Auffüllen parodontaler Knochendefekte (GOZ-Nr. 4110)

Erfolgt zum Auffüllen parodontaler Knochendefekte (GOZ-Nr. 4110 ) zusätzlich eine Weichteilunterfütterung mit autologem Material, kann die GOZ-Nr. 9090 zusätzlich zur GOZ-Nr. 4110 berechnet werden.

 

Analoge Berechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ

Auffüllen von Knochendefekten mit Knochenersatzmaterial (in Verbindung mit Implantaten oder Alveole)

Die Bestimmungen des § 6 Abs. 1 GOZ sind zu beachten:

  • ggf. zzgl. zur GOZ-Nr. 9090, wenn autologer Knochen und autologes Knochenersatzmaterial verwendet wird (zwei Transplantationsvorgänge)
  • nicht bei Verwendung autologem Material = GOZ-Nr. 9090
  • nicht bei parodontalen Defekten (GOZ-Nr. 4110 )
  • nicht für Weichteilunterfütterung mit alloplastischem Material oder Collagen Patch (GOÄ-Nr. 2442)

 

GOÄ-Nr. 2442: Weichteilunterfütterung mit Knochenersatzmaterial oder Collagen Patch

  • bei Anwendung von Knochenersatzmaterial und/oder Collagen Patch (GOÄ-Nr. 2442)
  • nicht bei Weichteilunterfütterung mit autologem Material (GOZ-Nr. 9090)

Das alloplastische Material kann zusätzlich berechnet werden.

 

GOZ-Nr. 9140: Intraorale Entnahme von Knochen außerhalb des Aufbaugebiets ggf. einschließlich Aufbereitung des Knochenmaterials und/oder der Aufnahmeregion einschließlich der notwendigen Versorgung der Entnahmestelle, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich.

Für die intraorale Knochenentnahme, jedoch außerhalb des OP-Gebietes (getrennte Schnittführung), berechenbar

  • je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich,
  • einschließlich Knochenaufbereitung.

Für die Entnahme von einem oder mehrerer Knochenblöcke ist das Doppelte der Gebühr, neben folgenden GOZ-Nrn. berechnungsfähig:

  • GOZ-Nr. 4110 (Auffüllen von parodontalen Knochendefekten)
  • GOZ-Nr. 9100 (Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation)
  • GOZ-Nr. 9110 (Geschlossene Sinusbodenelevation vom Kieferkamm aus)
  • GOZ-Nr. 9120 (Sinusbodenelevation durch externe Knochenfensterung (externer Sinuslift)
  • GOZ-Nr. 9130 (Spaltung und Spreizung von Knochensegmenten - Bone Splitting)

Erfolgt eine Fixierung des Augmentats durch Osteosynthese Maßnahmen, ist die GOZ-Nr. 9150 zusätzlich berechnungsfähig, sofern auch die GOZ-Nr. 9100 (Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation) angesetzt werden konnte.

Achtung: Die GOZ-Nr. 9150 (Fixation oder Stabilisierung des Augmentats) ist nur in Verbindung mit der GOZ-Nr. 9100 (Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation) möglich.

  • Für die Entfernung des Osteosynthese Materials ist die GOZ-Nr. 9170 berechnungsfähig.
  • Die GOZ-Nr. 9150 ist nicht berechenbar für extraorale Knochenentnahme im Rahmen von Kieferbruch (Berechnung erfolgt gem. GOÄ-Nr. 2442).
  • Ggf. zzgl. ist die GOZ-Nr. 4138 für das Einbringen einer Membran, wenn nicht bereits in einer anderen GOZ-Nr. enthalten ist (z. B. GOZ-Nr. 9100).

Abrechnungsbestimmung zur GOZ-Nr. 9090: Knochengewinnung, Knochenaufbereitung und Knochenimplantation, auch zur Weichteilunterfütterung

Die GOZ-Nr. 9090 beschreibt die „Knochengewinnung“, deshalb deckt die GOZ-Nr. 9090 lediglich die Verwendung von autologem Material (körpereigenem Material) ab. Die Verwendung von alloplastischem Material (Knochenaufbaumaterial) ist mit der GOZ-Nr. 9090 nicht abrechnungsfähig.

Kommentar der BZÄK: „Die Kosten eines einmal verwendbaren Knochenkollektors- oder Schabers sind gesondert berechnungsfähig.“

Die GOZ-Nr. 4110 (Auffüllen von parodontalen Knochendefekten) steht nicht zur Verfügung, da diese ein Parodontium voraussetzt, ein solches ist jedoch bei einer Socket Preservation nicht vorhanden. Zwar beschreibt die GOZ-Nr. 4110 auch als Aufbaugebiet ein Implantat, allerdings ist lt. BZÄK eine Berechnung im Zusammenhang mit einem Implantat nicht möglich.

Auszug Kommentar der BZÄK zur GOZ-Nr. 4110: Auffüllen von parodontalen Knochendefekten

„[…] Die Bezugnahme zu einem Implantat in der Leistungsbeschreibung und somit zum Auffüllen eines periimplantären Knochendefektes ist fachlich obsolet, da kein Parodontium und somit kein parodontaler Defekt vorliegt. Das Auffüllen derartiger Defekte ist bei der Verwendung autologen Knochens mit der GOZ-Nr. 9090 und/oder bei Einbringung von Knochenersatzmaterial analog zu berechnen. […]“

Die GOZ-Nr. 9090 (Knochengewinnung, Knochenaufbereitung und Knochenimplantation, auch zur Weichteilunterfütterung) ist für die Socket Preservation lediglich bei Verwendung von zuvor aus dem OP-Gebiet gewonnen Knochen abrechnungsfähig. Die Verwendung von alloplastischem Material zum Aufbau des Defekts wird analog gem. § 6 Abs. 1 GOZ berechnet, da diese Maßnahme weder in der GOZ noch in der GOÄ beschrieben ist.

 

Weichteilunterfütterung

Erfolgt zusätzlich eine Weichteilunterfütterung, so wird diese mit der GOÄ-Nr. 2442 (Implantation alloplastischen Materials zur Weichteilunterfütterung) abgerechnet, dabei ist es unerheblich, ob autologes oder alloplastisches Material eingebracht wird.

Zusätzliche intraorale Knochenentnahme außerhalb des OP-Gebiets

Die GOZ-Nr. 9090 deckt lediglich die Knochenentnahme aus dem OP-Gebiet ab, wird jedoch zusätzliche Knochen im Mund, jedoch außerhalb des OP-Gebiets entnommen (z. B. retromolar), kann zusätzlich die GOZ-Nr. 9140 berechnet werden.

 

Andrea Zieringer

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