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BEMA CPT

Chirurgische Therapie a) je behandeltem einwurzeligen Zahn b) je behandeltem mehrwurzeligen Zahn

Abrechnungsbestimmung

Bema-Bestimmungen zu Nr. CPT a, b

  1. Die chirurgische Therapie erfolgt im Rahmen eines offenen Vorgehens und umfasst die Lappenoperation (einschließlich Naht und/oder Schleimhautverbände) sowie das supra- und subgingivale Debridement.
  2. Der chirurgischen Therapie hat ein geschlossenes Vorgehen im Rahmen der antiinfektiösen Therapie vorauszugehen. Die zahnmedizinische Notwendigkeit für ein offenes Vorgehen kann für Parodontien angezeigt sein, bei denen im Rahmen der Befundevaluation eine Sondierungstiefe von 6 mm oder mehr gemessen wird.
  3. Mit der Leistung nach Nr. CPT sind während oder unmittelbar danach erbrachte Leistungen nach den Nrn. 105, 107 und 107 a abgegolten.

Leistungsbeschreibung

Abrechenbar

  • Für eine chirurgische Therapie (offenes Vorgehen) an einem einwurzeligen Zahn (= BEMA-Nr. CPT a) oder an einem mehrwurzeligen Zahn (= BEMA-Nr. CPT b).

o    ab einer Sondierungstiefe von 6 mm und mehr abrechnungsfähig

o    Lappenoperation sowie das supra- und subgingivale Debridement

o    einschließlich primäre Wundversorgung (Naht und/oder Schleimhautverband)

o    einschließlich Mundbehandlung (= BEMA-Nr. 105)

o    einschließlich Zahnsteinentfernung (= BEMA-Nrn. 107, 107a) 

  • Die BEMA-Nr. CPT a/b ist nur im Rahmen einer systematischen Parodontitisbehandlung abrechnungsfähig.
  • Anstelle einer Genehmigung ist lediglich eine Mitteilung an die gesetzliche Krankenversicherung mit dem Vordruck erforderlich.

Laut PAR-Richtlinie § 12

  • wird die Entscheidung ob eine chirurgische Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b) durchgeführt wird, nach gemeinsamer Erörterung zwischen Zahnarzt und Patient getroffen.
  • besteht im Frontzahnbereich aus ästhetischen Gründen eine strenge Indikation für die chirurgische Therapie (= CPT a) (offenes Vorgehen).  

Zeitpunkt

  • Frühestens drei Monaten nach erfolgter antiinfektiöser Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b).

Gemäß PAR-Rili §§ 11, 12 erfolgt drei bis sechs Monaten nach Abschluss der antiinfektiösen Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b) eine Befundevaluation (BEMA-Nr. BEV), bei der bestimmt wird, ob nach der antiinfektiösen Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b) mit der unterstützenden Parodontitistherapie (BEMA-Nr. UPT a, b, c, d, e, f, g) begonnen wird oder

  • zunächst zusätzlich eine chirurgische Therapie (CPT a/b) notwendig. Ist zusätzlich eine chirurgische Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b) notwendig, so muss diese nicht bei der gesetzlichen Versicherung genehmigt werden, sondern lediglich mit dem Vordruck 5cmitgeteilt werden. Nach Abschluss der chirurgischen Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b) erfolgt gemäß PAR-Rili § 12 eine weitere Befundevaluation (BEMA-Nr. BEV). 
  • Gemäß PAR-Rili 12, ist eine chirurgische Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b) erst ab einer Sondierungstiefe von 6 mm und mehr möglich.
  • Im Anschluss an die chirurgische Therapie (CPT a/b) erfolgt die unterstützende Parodontitistherapie (UPT a, b, c, d, e, f, g), Frequenz und Maßnahmen entsprechend der Gradbestimmung bei Befunderhebung und Erstellung des PAR-Status (BEMA-Nr. 4).

Kommentare

 

Ggf. zusätzlich abrechenbar

  • BEMA-Nr. 01 (eingehende Untersuchung)
  • BEMA-Nr. 8 (Sensibilitätsprüfung)
  • BEMA-Nr. 4 (PAR-Status) – für die Genehmigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung vor Behandlungsbeginn
  • BEMA-Nr. MHU (Patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung)
  • BEMA-Nr. 40 (I) Infiltrationsanästhesie
  • BEMA-Nr. 41a (L1) Leitungsanästhesie
  • BEMA-Nr. 925ff (Röntgendiagnostik)
  • BEMA-Nr. 2, K1-K4 (Schienentherapie) – die unterschiedlichen Bestimmungen der einzelnen KZV-Bereiche bzw. der einzelnen gesetzlichen Krankenversicherungen hinsichtlich der Genehmigung sind zu beachten.

 Nicht abrechenbar

  • ohne vorausgehende antiinfektiöse Therapie = BEMA-Nr. AIT a/b – Ausnahme bei behinderten und pflegebedürftigen Patienten gemäß § 22a SGB V[AZ1] 
  • für eine nicht richtlinienkonforme systematische Parodontitisbehandlung (= GOZ-Nrn. 4000 ff.)
  • für eine Individualprophylaxe (= GOZ-Nr. 1000 ff.)
  • neben BEMA-Nr. 04 (PSI)
  • bei Parodontien mit weniger als 6 mm Sondierungstiefe (= GOZ-Nr. 4000 ff.)
  • neben Exzision von Mundschleimhaut oder Granulationsgewebe BEMA-Nr. 49 (Exc1)
  • neben Exzision einer Schleimhautwucherung BEMA-Nr. 50 (Exc2)
  • während und unmittelbar nach einer chirurgischen Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b), nicht

o    neben Zahnsteinentfernung BEMA-Nr. 107 (Zst), 107a (PBZst)

o    neben Mundbehandlung BEMA-Nr. 105 (Mu)

 

Übergangsregelung:

  • Nach den alten Richtlinien bis 01.07.2021 werden Behandlungen abgerechnet, 

o    die vor dem 01.07.2021 genehmigt und begonnen wurden

  • Nach den neuen Richtlinien ab 01.072021 werden Behandlungen abgerechnet,

o    die vor dem 01.07.2021 genehmigt wurden, jedoch der Behandlungsbeginn erst ab 01.07.2021 liegt – ein neuer Parodontalstatus (nach neuen Richtlinien) muss erstellt werden und zur erneuten Genehmigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht werden.
Muss ein neuer Parodontalstatus ausgefüllt werden, so kann dafür der neue höhere Punktwert angesetzt werden, für die Erstellung des ursprünglichen PAR-Status kann keine Gebühr abgerechnet werden.

o    für die ab 01.07.2021 erst ein Parodontalstatus erstellt worden ist und bei der gesetzlichen Krankenversicherung zur Genehmigung eingereicht wurde.

Systematische Parodontitistherapie bei behinderten und pflegebedürftigen Patienten gemäß § 22a SGB V

Gemäß § 3 der PAR-Rili soll den betroffenen Versicherten der Dokumentationsbogen (zahnärztliche Information, Pflegeanleitung und Empfehlungen für Versicherte und Pflege- oder Unterstützungspersonen) ausgehändigt werden.

 

Gemäß § 8 der PAR-Rili soll die patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung die jeweilige Versichertensituation und die bereits erfolgten Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen der betroffenen Versicherten berücksichtigen.

 

Für die betroffenen Patienten gilt gemäß den Behandlungsrichtlinien (PAR-Rili) folgende Ausnahme:

  • Im Falle einer Behandlung in Narkose und beim Vorliegen einer Sondierungstiefe ab 6 mm kann sofort und ohne Genehmigung durch die gesetzliche Krankenversicherung mit einer chirurgischen Parodontitistherapie begonnen werden kann.
  • Eine Genehmigung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht notwendig, wenn

o    die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist,

o    oder sie einer Behandlung in Allgemeinnarkose bedürfen,

o    oder die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist.

Diese Patienten können anstelle der systematischen Parodontitistherapie gemäß den PAR-Rili, Leistungen in einem bedarfsgerecht modifizierten Umfang zur Behandlung einer Parodontitis erhalten.

Die systematische Parodontitistherapie muss der gesetzlichen Krankenversicherung lediglich mit einem dafür vorgesehenen Formular angezeigt werden.

 Leistungen außerhalb der Richtlinien

  • Parodontitisbehandlung an Zähnen mit Knochenabbau > 75 %
  • Furkationsbefall von Grad III bei gleichzeitigem Vorlieben von Lockerungsgrad III

 

Außervertragliche Leistungen

  • Individualprophylaxe (GOZ-Nrn. 1000 ff.)
  • zusätzliche professionelle Zahnreinigung außerhalb, z. B. als präventive Maßnahme oder außerhalb einer systematischen Parodontitistherapie
  • Mikrobiologische Diagnostik (siehe PAR-Rili § 10) - Keimtest (= GOÄ-Nr. 298 je Entnahmestelle). Die Laboruntersuchung wird vom Labor gemäß der GOÄ-Nr. 4785 berechnet (gem. § 6 Abs. 2 GOZ hat der Zahnarzt keinen Zugriff auf die GOÄ-Nr. 4785). Wird die Laboruntersuchung vom Zahnarzt vorgenommen, so kann diese lediglich als Analogleistung § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden (Voraussetzung: notwendige zahnmedizinische Leistung).
  • lokale Antibiotikumtherapie (= GOZ-Nr. 4025) - (siehe PAR-Rili § 10)
  • Erhebung eines Parodontalstatus außerhalb den PAR-Rili (= GOZ-Nr. 4000)
  • Erhebung eines zusätzlicher PSI-Index (= GOZ-Nr. 4005)
  • Parodontitis-Risiko-Test (PRT) = analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
  • Full-Mouth-Desinfektion = analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
  • für das offene Vorgehen an einem Implantat = analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
  • Auffüllen parodontaler Knochendefekte = GOZ-Nr. 4110, ggf. zzgl. Auffüllmaterialien
  • Einbringen von Membranen = GOZ-Nr. 4138, zzgl. Materialkosten für Membran
  • Schleimhauttransplantat je nach Umfang = GOZ-Nr. 4130, GOÄ-Nr. 2386
  • Bindegewebstransplantat im Zahnzwischenraum = GOZ-Nr. 4133
  • Rezessionsdeckung je nach Art und Umfang = GOZ-Nr. 4120, GOÄ-Nrn. 2381, 2382
  • Weichteilunterfütterung mit alloplastischem Material = GOÄ-Nr. 2442, alloplastisches Material
  • Knochengewinnung = GOZ-Nr. 9090, ggf. zzgl. Knochenkollektor
  • usw.

Hinweis:

Für außervertragliche Leistungen ist vor Behandlung eine Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Zzwischen Zahnarzt und Patient/Zahlungspflichtigen zu treffen.  

 

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