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BEMA AIT

Antiinfektiöse Therapie a) je behandeltem einwurzeligen Zahn b) je behandeltem mehrwurzelingen Zahn

Abrechnungsbestimmung

BEMA-Bestimmungen zu Nr. AIT a, b 

  1. Gegenstand der antiinfektiösen Therapie ist die Entfernung aller supragingivalen und klinisch erreichbaren subgingivalen weichen und harten Beläge (Biofilm und Konkremente) bei Zahnfleischtaschen mit einer Sondierungstiefe von 4 mm oder mehr. Die Maßnahme erfolgt im Rahmen eines geschlossenen Vorgehens und sollte nach Möglichkeit innerhalb von vier Wochen abgeschlossen werden.
  2. Bei besonders schweren Formen der Parodontitis, die mit einem raschen Attachmentverlust einhergehen, kann im zeitlichen Zusammenhang mit der Antiinfektiösen Therapie die Verordnung systemisch wirkender Antibiotika angezeigt sein.
  3. Mit der Leistung nach Nr. AIT sind währen oder unmittelbar danach erbrachte Leistungen nach den Nrn. 105, 107 und 107 a abgegolten.
  4. Die Gingivektomie oder Gingivoplastik sind mit der Nr. AIT abgegolten.

 Abrechenbar

  • Für eine antiinfektiöse Therapie (geschlossenes Vorgehen) an einem einwurzeligen Zahn (= BEMA-Nr. AIT a) oder an einem mehrwurzeligen Zahn (= BEMA-Nr. AIT b).

o    ab einer Sondierungstiefe von 4 mm und mehr berechnungsfähig

o    Entfernung aller supragingivalen Beläge

o    Entfernung aller klinisch erreichbaren subgingivalen weicher und harter Beläge (Biofilm und Konkremente)

o    einschließlich Gingivektomie/Gingivoplastik

o    einschließlich Mundbehandlung/Zahnsteinentfernung

o    ggf. ist zusätzlich eine Antibiotikumtherapie möglich (nur bei besonders schweren Formen der Parodontitis und mit einem raschen Attachmentverlust)

  • Die BEMA-Nr. AIT a/b ist nur im Rahmen einer systematischen Parodontitisbehandlung berechnungsfähig und genehmigungspflichtig (PAR-Status).

Laut PAR-Richtlinie § 9 sollte die antiinfektiöse Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b) nach Möglichkeit innerhalb 4 Wochen abgeschlossen sein. Kann diese Frist nicht eingehalten werden, sollten die Gründe dafür genau dokumentiert werden. 

Gemäß PAR-Richtlinie § 10 können systemisch wirkende Antibiotika im zeitlichen Zusammenhang mit der antiinfektiösen Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b) dann verordnet werden, wenn es sich um eine besonders schwere Form der Parodontitis handelt, einhergehend mit einem raschen Attachmentverlust.

Zeitpunkt

  • Gemäß den PAR-Rili § 8, erfolgt die patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung (BEMA-Nr. MHU) im zeitlichen Zusammenhang mit der antiinfektiösen Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b). Die BEMA-Nr. MHU kann vor, neben oder nach antiinfektiösen Parodontitistherapie (BEMA-Nr. AIT a/b) berechnet werden.
  • Nach drei bis sechs Monaten nach Abschluss der antiinfektiösen Therapie (BEMA-Nr. AITa/b) erfolgt eine Befundevaluation (BEMA-Nr. BEV), bei der eine Kontrolle erfolgt und bestimmt wird, ob nach der antiinfektiösen Therapie (BEMA-Nr. AIT a/b) mit der unterstützenden Parodontitistherapie (BEMA-Nr. UPT a, b, c, d, e, f, g) begonnen wird oder zunächst zusätzlich eine chirurgische Therapie (CPT a/b) notwendig ist. Ist zusätzlich eine chirurgische Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b) notwendig, so muss diese nicht bei der gesetzlichen Versicherung genehmigt werden, sondern lediglich mit dem Vordruck 5 c mitgeteilt werden. Nach Abschluss der chirurgischen Therapie (BEMA-Nr. CPT a/b) erfolgt eine weitere Befundevaluation (BEMA-Nr. BEV).

Kommentare

 Ggf. zusätzlich abrechenbar

  • BEMA-Nr. 01 (eingehende Untersuchung)
  • BEMA-Nr. 8 (Vitalitätsprüfung)
  • BEMA-Nr. 4 (PAR-Status) – für die Genehmigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung vor Behandlungsbeginn
  • BEMA-Nr. MHU (Patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung)
  • BEMA-Nr. 40 (I) (Infiltrationsanästhesie)
  • BEMA-Nr. 41a (L1) (Leitungsanästhesie)
  • BEMA-Nr. 925ff (Röntgendiagnostik)
  • BEMA-Nr. 2, K1-K4 (Schienentherapie) – die unterschiedlichen Bestimmungen der einzelnen KZV-Bereiche bzw. der einzelnen gesetzlichen Krankenversicherungen hinsichtlich der Genehmigung sind zu beachten.
  • BEMA-Nr. 108 (Einschleifmaßnahmen – nur im Rahmen einer systematischen Parodontitisbehandlung)
  • BEMA-Nr. 111 (Nachbehandlung in Folgesitzung – nur im Rahmen einer systematischen Parodontitisbehandlung)

Nicht abrechenbar

  • für eine nicht richtlinienkonforme systematische Parodontitisbehandlung (= GOZ-Nrn. 4000ff)
  • für eine Individualprophylaxe (= GOZ-Nr. 1000ff)
  • neben BEMA-Nr. 04 (PSI)
  • bei Parodontien mit weniger als 4 mm Sondierungstiefe (= GOZ-Nr. 4000ff)
  • neben Exzision von Mundschleimhaut oder Granulationsgewebe BEMA-Nr. 49 (Exc1)
  • neben Exzision einer Schleimhautwucherung BEMA-Nr. 50 (Exc2)
  • während und unmittelbar nach einer antiinfektiösen Therapie (AIT a/b) nicht

o    neben Zahnsteinentfernung BEMA-Nr. 107 (Zst), 107a (PBZst)

o    neben Mundbehandlung BEMA-Nr. 105 (Mu)

Übergangsregelung:

  • Nach den alten Richtlinien bis 01.07.2021 werden Behandlungen abgerechnet, 

o    die vor dem 01.07.2021 genehmigt und begonnen wurden

  • Nach den neuen Richtlinien ab 01.072021 werden Behandlungen abgerechnet,

o    die vor dem 01.07.2021 genehmigt wurden, jedoch der Behandlungsbeginn erst ab 01.07.2021 liegt – ein neuer Parodontalstatus (nach neuen Richtlinien) muss erstellt werden und zur erneuten Genehmigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht werden.
Muss ein neuer Parodontalstatus ausgefüllt werden, so kann dafür der neue höhere Punktwert angesetzt werden, für die Erstellung des ursprünglichen PAR-Status kann keine Gebühr abgerechnet werden.

o   für die ab 01.07.2021 erst ein Parodontalstatus erstellt worden ist und bei der gesetzlichen Krankenversicherung zur Genehmigung eingereicht wurde.

.

 Systematische Parodontitistherapie bei behinderten und pflegebedürftigen Patienten gemäß § 22a SGB V

Gemäß § 3 der PAR-Rili soll den betroffenen Versicherten der Dokumentationsbogen (Zahnärztliche Information, Pflegeanleitung und Empfehlungen für Versicherte und Pflege- oder Unterstützungspersonen) ausgehändigt werden.

Gemäß § 8 der PAR-Rili soll die patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung die jeweilige Versichertensituation und die bereits erfolgten Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen der betroffenen Versicherten berücksichtigen.

 Für die betroffenen Patienten gilt gemäß den Behandlungsrichtlinien (PAR-Rili)  folgende Ausnahme:

  • Im Falle einer Behandlung in Narkose und beim Vorliegen einer Sondierungstiefe ab 6 mm kann sofort und ohne Genehmigung durch die gesetzliche Krankenversicherung mit einer chirurgischen Parodontitistherapie begonnen werden.
  • Eine Genehmigung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht notwendig, wenn

o    die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist,

o    oder sie einer Behandlung in Allgemeinnarkose bedürfen,

o    oder die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist.

Diese Patienten können anstelle der systematischen Parodontitistherapie gemäß den PAR-Rili, Leistungen in einem bedarfsgerecht modifizierten Umfang zur Behandlung einer Parodontitis erhalten. Die systematische Parodontitistherapie muss der gesetzlichen Krankenversicherung lediglich mit einem dafür vorgesehenen Formular angezeigt werden.

  Leistungen außerhalb der Richtlinien

  • Parodontitisbehandlung an Zähnen mit Knochenabbau > 75 %
  • Furkationsbefall von Grad III bei gleichzeitigem Vorlieben von Lockerungsgrad III

 Außervertragliche Leistungen

  • Individualprophylaxe (GOZ-Nrn. 1000ff)
  • zusätzliche Professionelle Zahnreinigung außerhalb, z. B. als präventive Maßnahme oder außerhalb einer systematischen Parodontitistherapie
  • Mikrobiologische Diagnostik (siehe PAR-Rili § 10) - Keimtest (= GOÄ-Nr. 298 je Entnahmestelle). Die Laboruntersuchung wird vom Labor gem. der GOÄ-Nr. 4785 berechnet (gem. § 6 Abs. 2 GOZ hat der Zahnarzt keinen Zugriff auf die GOÄ-Nr. 4785). Wird die Laboruntersuchung vom Zahnarzt vorgenommen, so kann diese lediglich als Analogleistung § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden (Voraussetzung: notwendige zahnmedizinische Leistung).
  • lokale Antibiotikumtherapie (= GOZ-Nr. 4025) - (siehe PAR-Rili § 10)
  • Erhebung eines Parodontalstatus außerhalb den PAR-Rili (= GOZ-Nr. 4000)
  • Erhebung eines zusätzlicher PSI-Index (= GOZ-Nr. 4005)
  • Parodontitis-Risiko-Test (PRT) = analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
  • Full-Mouth-Desinfektion = analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ
  • für das geschlossene Vorgehen an einem Implantat (= GOZ-Nr. 4070)
  • usw.

Hinweis:

Für außervertragliche Leistungen ist vor Behandlung eine Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z zwischen Zahnarzt und Patient/Zahlungspflichtigen zu treffen.