Abrechnung Zahnmedizin
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BEMA 4

Befunderhebung und Erstellen eines Parodontalstatus

Leistungsbeschreibung

 

Abrechenbar

Für das Ausfüllen des Pardontalstatus (Blatt 1 und Blatt 2)

Hinweise zu Blatt 1

  • Erstellungsdatum des Parodontalstatus
  • allgemeine und parodontitispezifische Anamnese
  • spezielle Vorgeschichte (Angabe des Jahres einer früheren PAR-Therapie
  • Klinischer Befund
  • Diagnose
  • Eine systematische Parodontitistherapie kann ab einer Sondierungstiefe von 4 mm beantragt werden und wenn eine der folgenden Diagnosen gestellt wurde:

o    Parodontitis

o    Parodontitis als Manifestation systemischer Erkrankungen

  • andere das Parodont betreffende Zustände: Generalisierte gingival Vergrößerungen
  • Stadium – beschreibt den Schweregrad der Parodontitiserkrankung

o    KA - Knochenabbau nach röntgenologischen Befund (die Röntgenaufnahme darf in der Regel nicht älter als 12 Monate sein),

o    Interdentale CAL - wenn der KA nicht mit einer Röntgenaufnahme festgestellt werden kann

o    Zahnverlust aufgrund von Parodontitis

Hinweis: der jeweils höchste Wert ist anzukreuzen

o    Komplexitätsfaktoren sind anzukreuzen

o    ST = 5 mm, vorwiegend horizontaler Knochenabbau,

o    ST ≥ 6mmm  vertikaler KA ≥ 3mm, FB Grad II oder III,

o    Komplexe Rehabilitaion wegen mastikatorischer Dysfunktion erforderlich

Hinweis: auch wenn lediglich ein Faktor einer Gruppe zutreffend ist, ist die jeweilige Gruppe anzukreuzen.

·         Ausmaß der Verteilung der Erkrankung – ausgehend vom höchsten Stadium

o    Lokalisiert (< 30 % der Zähne)

o    Generalisiert ( ≥ 30 % der Zähne)

o    Molaren-Inzisiven-Muster

·         Grad (Progression) – in jeder Zeile muss eine Angabe erfolgen:

o    Knochenabbauindex
Für die Berechnung wird der prozentuale Knochenabbau im Bezug zur Wurzellänge = KA % (Zahn mit dem höchsten Wert) und das Alter des Patienten verwendet.
KA % / Alter des Patienten
Beispiel: KA          = 45 %

Alter Patient        = 50 Jahre
45 ÷ 50 = 0,9 
Dieser Wert wird bei den zutreffenden Kästchen eingetragen:

o    < 0,25

die    0,25 - 1,0

o    > 1,0

o    Diabetes

o    Kein Diabetes

o    HbA1c <7,0%

der    HbA1c ≥ 7,0 %

Hinweis: Der HbA1c-Wert ist vom Patient zu erfragen, ggf. ist Rückfrage beim behandelten Arzt zu halten. Verweigert der Patient die Angabe, so ist es empfehlenswert einen Hinweis auf dem PAR-Status einzutragen.

o    Rauchen

o    Kein Raucher

o    < 10 Zig./Tag

o    ≥ 10 Zig./Tag

Hinweis: Alle drei Faktoren (Knochenabbauindex, Diabetes, Rauchen) sind für die Ermittlung der Gradeinteilung ausschlaggebend:

Hat ein Patient einen Knochenabbauindex von 0,25 – 1,0, raucht jedoch mehr als 10 Zigaretten täglich, so ist er bei Grad C einzustufen. 

 

Bereits bei der Erstellung des PAR-Status werden auf Grund des dokumentierten Progressions-Grads (A, B, C) die spätere Frequenz und Maßnahmen der Unterstützenden Parodontitistherapie (BEMA-Nr. UPT a, b, c, d, e, f, g) festgelegt. Dies ist auch dann nicht mehr änderbar, wenn sich während der Behandlung oder UPT der Progressions-Grad ändern sollte (z. B. weil der Patient nicht mehr raucht, oder weil eine Diabetes auftritt). 

Hinweise zu Blatt 2

·         Erstellungsdatum des Parodontalstatus

·         Im Zahnschema folgende Angaben einzutragen

o    Sondierungstiefe (= ST)

Die Messung muss an mindestens zwei Stellen am Zahn erfolgen (mesioapproximal und distoapproximal)

Bei Sondierungstiefen zwischen zwei Millimeter  wird auf den nächsten ganzen Millimeter aufgerundet (z. B. 3,5 mm = 4 mm).

o    Sondierungsblutung (= SB)

Eine Sondierungsblutung ist hinter der Sondierungstiefe mit „*“ zu kennzeichnen.

o    Furkationsbefall (= FB)

 Grad 0 = keine Furkationsbeteiligung

 Grad I = bis 3 mm in horizontaler Richtung sondierbar,

 Grad II = mehr als 3 mm in horizontaler Richtung, jedoch nicht durchgängig sondierbar,

 Grad III = durchgängig sondierbar

o    Zahnlockerung

 Grad 0 = normale Zahnbeweglichkeit

 Grad I = gering horizontal (0,2 mm – 1 mm)

 Grad II = moderat horizontal (mehr als 1 mm)

 Grad III = ausgeprägt horizontal (mehr als 2 mm) und in vertikaler Richtung

o    Fehlender Zahn

 Ein fehlender Zahn ist im Zahnschema durchzukreuzen.

o    Nicht erhaltungswürdiger Zahn

 Ein nicht erhaltungswürdiger Zahn ist im Zahnschema mit 3 (oder 4) horizontalen Linien durchzustreichen.

o    Antiinfektiöse Therapie

 Oberhalb bzw. unterhalb des Zahnschemas ist die Zeile „AIT“. In den Kästchen sind alle Zähne anzukreuzen, bei denen eine antiinfektiöse Parodontitistherapie (geschlossenes Vorgehen) geplant ist.

 Die Voraussetzung dafür ist eine Sondierungstiefe von mindestens 4 mm oder mehr an einer Messstelle des betreffenden Zahnes.

o    Weitere geplante und genehmigungspflichtige Maßnahmen (BEMA-Gebühren) im Zusammenhang mit der systematischen Parodontitistherapie werden angegeben.

 4 (Befunderhebung und Erstellen eines Parodontalstatus)

 ATG (Parodontologisches Aufklärungs- und Therapiegespräch)

 MHU (Patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung)

 AIT a (Antiinfektiöse Therapie, einwurzeligen Zahn)

 AIT b (Antiinfektiöse Therapie, merhwurzeligen Zahn)

 BEV a (Befundevaluation nach AIT)

 Frequenz der UPT (Unterstützende Pardontitistherapie)

Hinweis: Die notwendige Anzahl der BEMA-Nrn. 108 und 111 ist in der Regel nicht vorhersehbar und deshalb nicht als geplante Leistungen einzutragen. Die Abrechnung erfolgt entsprechend der notwendigen Häufigkeit dieser Leistungen.

o    Datum, Unterschrift, Stempel sind auf dem PAR-Status anzubringen

 

Hinweis zur chirurgischen Parodontitistherapie BEMA-Nr. CPT (offenes Verfahren).

o    Ein offenes Verfahren muss künftig nicht mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung genehmigt werden.

o    Erst im Anschluss an die Befundevaluation (BEMA-Nr. BEV), wird entschieden ob ggf. ein chirurgische Parodontitistherapie erfolgt. Die betreffenden Zähne müssen der Krankenkasse mittels Mitteilung CPT mitgeteilt werden.

 

 

Kommentare

 

Ggf. zusätzlich abrechenbar

·         BEMA-Nr. 01 (eingehende Untersuchung)

·         BEMA-Nr. Ä1 (Beratung)

·         BEMA-Nr. 04 (PSI-Index) – jedoch nicht während einer systematischen Parodontitistherapie

·         BEMA-Nr. Ä925ff (Röntgendiagnostik) – Röntgenaufnahmen in Verbindung mit einer systematischen Parodontitisbehandlung dürfen in der Regel nicht älter als 12 Monate alt sein

·         BEMA-Nr. 8 (Vitalitätsprüfung)

·         BEMA-Nr. ATG (Parodontologisches Aufklärungsgespräch)

·         BEMA-Nr. 181 (Konsil)

 

Nicht abrechenbar

·         für eine nicht richtlinienkonforme systematische Parodontitisbehandlung (= GOZ-Nr. 4000ff)

·         bei einer Sondierungstiefe von weniger als 4 mm

·         für einen PSI-Status (= BEMA-Nr. 04)

·         Modelle sind in Verbindung mit einer systematischen Parodontitistherapie nicht berechnungsfähig

·         für die Befunderhebung (Befundevaluation) nach der antiinfektiösen Parodontitistherapie (BEMA-Nr. AIT) und nach der chirurgischen Parodontitistherapie (BEMA-Nr. CPT) = BEMA-Nr. BEV

·         für die Befunderhebung in Verbindung mit der Unterstützenden Parodontitistherapie (= BEMA-Nr. UPTg)

 

Übergangsregelung:

·         Nach den alten Richtlinien bis 01.07.2021 werden Behandlungen abgerechnet, 

o    die vor dem 01.07.2021 genehmigt und begonnen wurden.

·         Nach den neuen Richtlinien ab 01.072021 werden Behandlungen abgerechnet,

o    die vor dem 01.07.2021 genehmigt wurden, jedoch der Behandlungsbeginn erst ab 01.07.2021 liegt – ein neuer Parodontalstatus (nach neuen Richtlinien) muss erstellt werden und zur erneuten Genehmigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung eingereicht werden.
Muss ein neuer Parodontalstatus ausgefüllt werden, so kann dafür der neue höhere Punktwert angesetzt werden, für die Erstellung des ursprünglichen PAR-Status kann keine Gebühr abgerechnet werden.

o    für die ab 01.07.2021 erst eine Parodontalstatus erstellt, bei der gesetzlichen Krankenversicherung zur Genehmigung eingereicht wurde.

 

Systematische Parodontitistherapie bei behinderten und Pflegebedürftigen Patienten gemäß § 22a SGB V

Gemäß § 3 der PAR-Rili soll den betroffenen Versicherten  der Dokumentationsbogen  (Zahnärztliche Information, Pflegeanleitung und Empfehlungen für Versicherte und Pflege- oder Unterstützungspersonen) ausgehändigt werden.

 

Gemäß § 8 der PAR-Rili soll die patientenindividuelle Mundhygieneunterweisung die jeweilige Versichertensituation und die bereits erfolgten Maßnahmen zur Verhütung von Zahnerkrankungen der betroffenen Versicherten berücksichtigen.

 

Für die betroffenen Patienten gilt gemäß den Behandlungsrichtlinien (PAR-Rili) folgende Ausnahme:

·         Im Falle einer Behandlung in Narkose und beim Vorliegen einer Sondierungstiefe ab 6 mm sofort und ohne Genehmigung durch die gesetzliche Krankenversicherung mit einer chirurgischen Parodontitistherapie begonnen werden kann.

·         Eine Genehmigung durch die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht notwendig, wenn

o    Die Fähigkeit zur Aufrechterhaltung der Mundhygiene nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist,

o    oder sie einer Behandlung in Allgemeinnarkose bedürfen,

o    oder die Kooperationsfähigkeit nicht oder nur eingeschränkt gegeben ist.

Bei diesen Patienten kann anstelle der systematischen Parodontitistherapie gemäß den PAR-Rili, Leistungen in einem bedarfsgerecht modifizierten Umfang zur Behandlung einer Parodontitis erhalten. Die systematische Parodontitistherapie muss der gesetzlichen Krankenversicherung lediglich mit einem dafür vorgesehenen Formular angezeigt werden.

 

 

Leistungen außerhalb den Richtlinien

·         Parodontitisbehandlung an Zähnen mit Knochenabbau > 75 %

·         Furkationsbefall von Grad III bei gleichzeitigem Vorlieben von Lockerungsgrad III

 

Außervertragliche Leistungen

·         Individualprophylaxe (GOZ-Nrn. 1000ff)

·         zusätzliche Professionelle Zahnreinigung außerhalb, z. B. als präventive Maßnahme oder außerhalb einer systematischen Parodontitistherapie

·         Keimtest (= GOÄ-Nr. 298 je Entnahmestelle), Die Laboruntersuchung wird vom Labor gem. der GOÄ-Nr. 4785 berechnet (gem. § 6 Abs. 2 GOZ hat der Zahnarzt keinen Zugriff auf die GOÄ-Nr. 4785). Wird die Laboruntersuchung vom Zahnarzt vorgenommen, so kann diese lediglich als Analogleistung § 6 Abs. 1 GOZ berechnet werden (Voraussetzung: notwendige zahnmedizinische Leistung).

·         Erhebung eines Parodontalstatus außerhalb den PAR-Rili (= GOZ-Nr. 4000)

·         Erhebung eines zusätzlicher PSI-Index (= GOZ-Nr. 4005)

 

Hinweis:

Für außervertragliche Leistungen ist vor Behandlung eine Vereinbarung gemäß § 8 Abs. 7 BMV-Z zwischen Zahnarzt und Patient/Zahlungspflichtigen zu treffen.