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Analogberechnung: Die Entfernung einer Wurzelfüllung

Die Entfernung von vorhandenen Wurzelfüllungen ist weder in der GOZ noch in der GOÄ als selbstständige Leistung oder als Bestandteil einer Gebühr vorhanden. Das Amtsgericht Siegburg hat, zur analogen Berechnung der Entfernung von vorhandenen Wurzelfüllungen, positiv entschieden.

Die Entfernung einer vorhandenen definitiven Wurzelfüllung ist lt. BZÄK demnach als Analogberechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ in Rechnung zu stellen.

Auszug aus dem Kommentar der BZÄK zur GOZ-Nr. 2410, Stand Januar 2017:

„[…] Die Entfernung von vorhandenem definitivem Wurzelfüllmaterial ist nicht Bestandteil dieser Gebührennummer. Die erneute Aufbereitung im Rahmen der Revision wird nach dieser Gebührennummer berechnet. […]“

Die Stellungnahme der BZÄK „Gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog zu berechnende Leistungen in der Endodontie“, Stand April 2014, lautet:

„Die im Rahmen der Revision von Wurzelfüllungen vor der Aufbereitung des natürlichen Wurzelkanals erforderliche Entfernung vorhandenen definitiven Wurzelfüllmaterials wird in den Fällen, in denen die unmittelbare Bearbeitung und Desinfektion des Wurzelkanalwanddentins verhindert ist und insofern die Entfernung des definitiven Wurzelfüllmaterials eine nach Art, Material- und apparativem Einsatz selbstständige Behandlung darstellt, gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. […]“

Die Entscheidung des Amtsgerichts Siegburg:


Das Amtsgericht (AG) Siegburg hat in seiner Entscheidung vom 28.10.2016 ein positives Urteil, zur analogen Berechnung der Entfernung von vorhandenen Wurzelkanalfüllungen, gefällt (Az.: 102 C 118/15).

Nach erfolgter umfangreicher endontischer Behandlung (Revision der Wurzelfüllung) am Zahn 37, weigerte sich die Patientin die Rechnung aufgrund der Analogberechnung gem. § 6 Abs. 1 GOZ vollständig zu bezahlen. Die Patientin vertrat den Standpunkt, dass der Zahnarzt versäumt hatte, sie darüber aufzuklären, dass die Analogpositionen ggf. nicht erstattet werden.

Das Amtsgericht vertrat in seinem Urteil die Ansicht, dass der Zahnarzt die GOZ-Nrn. 2170 und 2160 als Analogpositionen zurecht berechnen konnte, da in einem Gutachten durch einen Sachverständigen festgestellt wurde, dass das Entfernen der alten Wurzelfüllung im Rahmen einer Revisionsbehandlung medizinisch notwendig sei und kein Leistungsbestandteil der GOZ-Nr. 2410 ist.

Auch die Verletzung der Aufklärungspflicht wurde durch das Urteil nicht bestätigt. Das Gericht führte dazu folgendes aus:

[…] „Schließlich steht der Beklagten kein Schadensersatzanspruch wegen Verletzung der Aufklärungspflicht durch Zahnarzt […]. Denn jedenfalls fehlt es an einem kausalen Schaden. Die Beklagte hat nicht vorgetragen, dass sie bei einer Aufklärung – d.h. bei einem rechtmäßigen Alternativverhalten – von einer Entfernung der Wurzelfüllung sowie einem Verschluss der Perforation mit MTA abgesehen hätte. Dies ist auch nicht naheliegend, da beide Maßnahmen nach den überzeugenden Feststellungen des Sachverständigen für einen Behandlungserfolg zwingend notwendig waren. […]“

Chefredakteurin Andrea Zieringer